Bilder vom Kirchentag in Dresden 2011
Bilder der Delegiertenkonferenz des DVS e.V. 2011
Projekttag der Euro-Schule in Taucha
Werte Leserinnen und Leser,
wir, Schüler der Klassen SAS 6 und SAS 7 der Euro-Schule Taura, möchten uns als Erstes recht herzlich bei Frau Nitzsche, Herrn Lippold, Frau Bresch, Frau Bauer und Schwester Renate für ihre tatkräftige Unterstützung und ihre Vorträge für unsere Projektwoche bedanken.
Am 04.01.2011 war unsere Gruppe von sieben Personen im Dialysezentrum des Küchwaldkrankenhauses zu Gast. Wir wurden freundlich von Schwester Renate in Empfang genommen, die uns den Ablauf der Dialyse erklärte. Danach durften wir einen Hämodialysepatienten treffen, der uns zeigte, wie sich eine Fistel (Shunt) herausbildet. Das war sehr erstaunlich und interessant. Am Anfang dachten wir nämlich, eine Fistel sei etwas Grünes, wächst beim Bauern auf dem Feld und wird im Herbst geerntet. Schwester Renate klärte uns darüber auf, dass es nichts zu essen sei.
Im Anschluss sahen wir noch einen Bauchfelldialysepatienten. Der Lebensmut und die Fröhlichkeit der Betroffenen haben uns sehr erstaunt und berührt. Dieser Tag erweiterte unser Wissen aus fachlicher und vor allem menschlicher Sicht enorm und half uns, unsere Projektwoche vielseitig zu gestalten.
Für Donnerstag, den 06.01.2011, überlegten wir uns einen Ablaufplan und bereiteten ein kleines Buffet für die Referenten vor.
Herr Lippold war als Erster an der Reihe. Er erzählte uns (den Sozialassistenten und Heilerziehungspflegern) von den Funktionen der Niere, seinen Erfahrungen an der Dialyse und seiner transplantierten, nicht mehr funktionierenden Niere.
Nach seinem Vortrag brauchte er erst einmal eine kleine Stärkung und übte berechtigte „Kritik“ an den servierten Speisen. Er vermisste das Schnitzel mit Pommes. Dass ihm das lieber gewesen wäre als die von uns kredenzten Wiener, haben wir registriert und werden diesem Wunsch beim nächsten Mal natürlich gern folgen. Zu unserer Entschuldigung können wir nur vorbringen, dass wir unsicher waren, ob Menschen mit Nierenproblemen viel Schweinefleisch verzehren dürfen. Dank Herrn Lippold wissen wir nun Bescheid. Auch die Käsebrötchen werden wir das nächste Mal durch andere bekömmlichere Dinge ersetzen.
Als nächstes war Frau Bresch dran. Sie erzählte von der Geschichte, den gesetzlichen Grundlagen, dem Ablauf und der Organisation einer Organtransplantation. Außerdem redete sie über Hirntod und ihre persönlichen Erfahrungen als Transplantierte.
Zu guter Letzt begann Frau Bauer mit ihrem Vortrag, die uns ebenfalls über ihr Dialyseleben und die Nierentransplantation informierte. Im Endeffekt lässt sich sagen, dass es ein sehr erfolgreicher, interessanter, aber auch anstrengender Tag mit vielen Informationen war. Unsere Heilerziehungspfleger, die im Bereich „Menschen mit Behinderung“ ausgebildet werden, hätten noch stundenlang weiter zuhören können.
Den Referenten ist es sehr praxisnah gelungen, ihre Erfahrungen an ein so großes und breites Publikum von ca. 80 Personen weiterzugeben. Es ist eben etwas anderes, von Betroffenen direkt zu hören, wie sich das Leben ändert, als sich solches Wissen aus Büchern aneignen zu müssen (unsere Lehrer mögen uns verzeihen).
Wir, die Euro-Schule Taura, sind froh über den Kontakt zum Dialyseverein und würden ihn gern beibehalten, um noch weitere Projekte zusammen gestalten zu können. Unsere Nachfolger werden sich in unserem Projekttagebuch informieren können und die Chance haben, ähnliche Projekte zu organisieren. Bedauerlich war, dass trotz der Aushänge im Ort wenig Interesse der Bevölkerung bestand. Beim nächsten Mal muss unsere Öffentlichkeitsarbeit besser werden, damit mehr Menschen sich informieren können.
Wir alle bedanken uns bei den Referenten für die Offenheit und den Mut, über Ihre Lebenssituation zu berichten.
Anmerkungen von Mario Lippold
Für uns ist es immer wieder eine Freude festzustellen, wie interessiert junge Leute am Thema Dialyse, Transplantation und Organspende sind – vor allem, wenn es von uns Betroffenen vorgetragen wird. Dies gibt uns die Möglichkeit, über diese Themen umfassend zu informieren. Wenn es uns dadurch gelingt, die Zuhörer zum Nachdenken über diese Themen anzuregen, hat sich der Aufwand schon gelohnt. Die Schüler der Euro-Schule Taura haben diesen Projekttag prima vorbereitet. Auch ohne Schnitzel war es übrigens ein tolles und liebevoll von den Schülern zubereitetes Buffet. Uns hat dieser Tag sehr viel Spaß gemacht!
Delegiertenkonferenz des DVS e.V. in Döbeln 2011

An diesem sonnigen Vorfrühlingssonntag trafen sich 44 Verbandsmitglieder zur diesjährigen Delegiertenkonferenz, die traditionsgemäß wieder in der Döbelner „Weißen Taube“ stattfand. Es fiel sofort auf, daß diesmal die Tische im Tagungssaal anders angeordnet waren als in den Jahren zuvor, was sich von allen Plätzen aus sehr günstig auswirkte für den Blick zum Präsidium.
Nach der Eröffnung der Konferenz durch das Vorstandsmitglied Mike Pippel
erhoben sich die Delegierten zu Ehren der im letzten Jahr verstorbenen Verbandsmitglieder zum stillen Gedenken von ihren Plätzen. Danach konnte die Beschlußfähigkeit festgestellt werden, das Protokoll der letzten Delegiertenkonferenz und die Tagesordnung wurden einstimmig gebilligt.
In ihrem fünfzigminütigen Bericht des Vorstandes legte Annegret Bresch, die Verbandsvorsitzende, Rechenschaft ab über die im zurückliegenden Jahr geleistete Arbeit. Sie richtete zuerst im Namen des Vorstandes ihren Dank an alle Helfer in den dem Verband angeschlossenen Vereinen und Selbsthilfegruppen, an die Förderer und Sponsoren sowie an die Angehörigen der aktiven Mitglieder.
Sie sprach von einem „guten und intensiven Arbeitsjahr“ und stellte mit Freude fest, daß die geplanten Projekte und Aufgaben insgesamt in hoher Qualität erfüllt werden konnten. Probleme, die es hin und wieder gegeben habe, seien durch gemeinsame Anstrengungen gelöst worden. Dabei erwähnte sie besonders Probleme bei der Finanzierung der Arbeit und wies auf die Notwendigkeit sparsamen Umgangs mit den zur Verfügung stehenden Geldern hin. Abstriche an die Qualität der Veranstaltungen für die Mitglieder werde es jedoch nicht geben. Es werde auch weiterhin die Möglichkeit genutzt, Fördermittel sinnvoll einzusetzen, damit es mit der Arbeit in der gewohnten Art und Güte weitergehen könne. Mit der Unterstützung durch Pharmafirmen könne leider immer weniger gerechnet werden.
Die Referentin wies in diesem Zusammenhang auch auf die Notwendigkeit hin, die künftige Gestaltung der Mitgliedsbeitragshöhe zu überdenken.
Im Hauptteil ihrer Rede ging Annegret Bresch auf die zahlreichen Aktivitäten der einzelnen Mitglieder desVorstandes m Berichtszeitraum ein.
Es war beeindrukkend zu hören, welches umfangreiche Arbeitspensum trotz zeitweiligen krankheitsbedingten Ausfalls einzelner geleistet worden ist.
Dem Referat der Vorsitzenden folgten der Bericht des Kassenprüfers und der Kassenbericht sowie die einstimmige Entlastung des Vorstandes. Daran schloß sich die Wahl des neuen Vorstandes und des Kassenprüfers an. Einstimmig gewählt wurden die bisherigen Mitglieder:
• Annegret Bresch
• Lothar Schmidt
• Mike Pippel
• Frank Lüders
• Joachim Reiche
sowie als neues Mitglied
• Catrin Nitzsche
Wir gratulieren unserer Catrin zu ihrer Wahl! In diesem Ehrenamt wird sie den DTC im DVS-Vorstand gut vertreten.
Sie gab gleich anschließend ihren „Einstand“ mit einer erfrischend ebendidigen und eindrucksvollen Präsentation der Arbeit unseres Chemnitzer Vereins.
Es ist schon beachtlich, auf wie viele Aktivitäten im letzten Jahr wir zurückblicken können! Der DTC hat deutlich an Attraktivität gewonnen, und eine erfreuliche Folge davon ist auch der Anstieg der Mitgliederzahl auf 134. Daran hat Catrin Nitzsche einen hohen persönlichen Anteil.
Es folgte noch ein kurzer Bericht der Freiberger Selbsthilfegruppe, und daran schloß sich die Vorstellung des Arbeits- und Haushaltsplans 2011 an. Die für dieses Jahr geplanten 18 Projekte und Aufgaben sind wieder sehr anspruchsvoll.
Besondere Höhepunkte darin sind zum
Beispiel:
- die Öffentlichkeitsarbeit in Schulen
- die Teilnahme an Messen und Veranstaltungen sowie am „Markt der Möglichkeiten“ anläßlich des Evangelischen Kirchentags vom 1. bis zum 5.6.2011 in Dresden
- das Wochenendseminar zum Thema „Lebensqualität“ am 24. und 25.9.2011
- „Tage der Begegnung“ in Dresden und Chemnitz
Auch Arbeitsprogramm und Haushaltsplan erhielten die einstimmige Billigung der Delegierten. Danach folgten Informationen zu aktuellen Fragen. Es wurde mitgeteilt, daß der DVS Frau Dr. Marlies Volkmer, MdB, als Schirmherrin für den Verband gewonnen hat. (An das zu meiner Verwunderung benutzte unübliche Wort „Schirmfrau“ kann und mag ich mich nicht gewöhnen!) Der Vorstand erhofft sich von ihr die Unterstützung bei der Klärung von Fragen und Problemen, die ohne die Fürsprache einer einflußreichen Person nur schwer möglich ist.
In der kurzen Diskussion über eine mögliche Beitragserhöhung standen
Bedenken im Vordergrund. Es wird weiter darüber nachgedacht werden müssen.
In seinen längeren, sehr interessanten Ausführungen informierte Mario
Lippold über die Entwicklung der Organspendezahlen in Deutschland, die trotz Schönungsversuchen in DSO-Statistiken rückläufig ist.
Er wies auch auf Probleme hin im Zusammenhang mit der Neuregelung des „Old-for-Old“-Programms seit dem 8.12.2010. Danach gibt es für Transplantationskandidaten keine Doppellistung mehr in der allgemeinen Warteliste und zugleich in der „Old-for-Old“- Liste. Wer im OfO-Programm gelistet ist, muß ausschließlich auf das Organ eines Verstorbenen im Alter ab 65 Jahre warten. Das führt natürlich zu längeren Wartezeiten. Man kann allerdings von der OfO-Liste in die allgemeine Liste wechseln.
Der Referent setzte sich außerdem mit der von Steinmeyer, Kauder und anderen eingebrachten sogenannten „Erklärungslösung“ kritisch auseinander und stellte dabei fest, daß sie keine Verbesserung brächte. Demgegenüber nannte und erläuterte er Voraussetzungen für eine effektivere Ausgestaltung der derzeit gültigen erweiterten Zustimmungslösung. Schließlich äußerte sich Mario Lippold noch zur Problematik der Transplantation von „marginalen Organen“ und „Organen mit erweiterten Spenderkriterien“. In beiden Fällen geht es um die seit 2004 erlaubte Verpflanzung von Organen, die vorgeschädigt sind. Damit verkürzt sich zwar die Wartezeit, aber der Patient muß die Risiken akzeptieren, daß das Organ schlecht oder gar nicht funktioniert oder daß er selbst schwerwiegend geschädigt werden kann. Es sei wichtig, so der Referent, daß der Patient sich informiere, ob sein Transplantationszentrum solche vorgeschädigten Organe verpflanze (Zentrumsprofil), und daß er genau überlege, ob er selbst seine unterschriftliche Zustimmung für solch ein Organ geben will (Patientenprofil). Diese einmal erteilte Einverständniserklärung könne jedoch jederzeit widerrufen werden.
Mit einigen allgemeinen sozialrechtlichen Informationen im Zusammenhang mit der Dialyse beendete Mario Lippold seine sehr informativen Ausführungen. zum Vortrag
Den Abschluß der Tagung bildete ein Vortrag von David Unbehaun, Vorstand der Sozial-Konzept-Pflege AG. Er referierte über Sozialkonzepte, Pflegebedürftigkeit, Pflegeversicherung, Pflegesachleistung, Pflegegeld, Pflegebedarf, Erhebungsstatistiken und Prognosen sowie Pflegeberatung nach § 7a SGB XI und Pflegeleistungsergänzungsgesetz nach §45 SGB XI. Der Einladung zu Fragestellungen mochte niemand folgen; die Teilnehmer waren wohl doch schon zu müde. Immerhin endete das Tagungsprogramm mit fünfundvierzigminütiger Verspätung.
Für das leibliche Wohl war wieder gesorgt. Ein Frühstücksbuffet mit belegten Brötchen, Kaffee und Tee stand zur Verfügung. Ein Schild wies auch diesmal darauf hin, daß jedem Teilnehmer nur zwei halbe Brötchen zustünden, und so blieben wiederum viele Brötchenhälften übrig. Vielleicht sollte man künftig doch einmal auf die Rationierung verzichten? Das Mittagessen war reichhaltig und gut, aber die 0,7-Liter-Flasche Wasser für fast fünf Euro schien mir überteuert.
Den Veranstaltern dieser Tagung bin ich für ihre Mühe dankbar! Es war eine gut organisierte und inhaltlich niveauvolle Veranstaltung. Ich erhielt
viele Gedankenanregungen, fühlte mich wohl und hatte in der Pause interessante Gespräche.
Eberhard E. Küttner
Kirchentag 2011 in Dresden – Wir waren dabei!










Der Kirchentag ist Geschichte - aber was für eine! Auch für uns als Dialyseverband Sachsen e.V.!
Bereits zum zweiten Mal in unserer 20jährigen Geschichte waren wir als Patientenverband mit einem Informationsstand zum Thema Organspende auf einem Evangelischen Kirchentag in Sachsen. Das erste Mal bereits 1997 in Leipzig und nun auch in Dresden.
Doch dieses Mal waren wir nicht allein! Erstmalig bündelten überregional im mitteldeutschen Raum 10 Vereine und Organisationen unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Niere e.V. ihre Kräfte, um auf dem Markt der Möglichkeiten zum Kirchentag Fragen bezüglich Organspende zu beantworten und Informationen zu vermitteln. So hofften wir, Entscheidungshilfen für ein Ja zur Organspende geben zu können und für dies für jeden Einzelnen zu erleichtern.
Auch der Vorsitzende des Bundesverbandes Niere e.V., Peter Gilmer, hatte die Realisierung unserer gemeinsamen Aktion zur Chefsache erklärt und war an allen drei Tagen an der Seite der teilnehmenden Vereine, Selbsthilfegruppen und Organisationen.
In Vorbereitung nahmen wir die Aufforderung aus einem Flyer zum 33. Kirchentag wörtlich:“… Lassen Sie sich inspirieren und engagieren Sie sich für eine Sache, die Ihnen am Herzen liegt…“ Zusätzlich zu der Überlegung, dass unser Motto neugierig auf den Stand machen sollte, hatten unsere Überlegungen einen unserer Ansicht nach bedenkenswerten Aspekt ergeben. Wir nahmen das Motto des Kirchentages „…da wird auch Dein Herz sein“ in unser eigenes Motto auf. …“. Wir verdeutlichten unser gemeinsames Anliegen etwas provokatorisch unter dem Motto „Mein Herz – Dein Herz – kein Herz?“ So gelang uns die Vermittlung unserer Botschaft an die Standbesucher: „Bedenke: Die Möglichkeit, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens ein Organ benötigt, ist ungleich höher, als dass er selbst zum Organspender wird. Du musst also etwas tun, damit Dir selbst im Notfall geholfen werden kann!“ Deshalb orientierten wir im Dialog mit den Standbesuchern darauf, dass die eigene Bedürftigkeit im Vordergrund steht.
Die Besonderheit unseres Standes war, was wir alle selbst aus eigenem Erleben berichten konnten: der Bundesverband Niere e.V., die Vereine von Dialysepatienten, Nierentransplantierten, Herz- und Lungentransplantierten, aus Sachsen, Sachsen – Anhalt und Thüringen, der Förderverein Kinderdialyse e.V., der Verein zur Förderung der Organspende Leipzig e.V., Angehörige, Freunde und Partner bei der Vereinsarbeit, Mitarbeiter der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und der Deutschen Gesellschaft für Gewebespende (DGfG).
Als Gäste, die sich mit uns gemeinsam für eine umfassende Information über Organspende einsetzten, durften wir im Verlauf dieser Tage den zweiten Vizepräsidenten des Sächsischen Landtages Horst Wehner, die geschäftsführende Ärztin der Region Ost der DSO, Dr. Christa Wachsmuth, die sächsische SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Marlies Volkmer, Schirmherrin des DVS e.V., Oberarzt Marcus Barten vom Herzzentrum Leipzig sowie den bekannten Sportler Hartwig Gauder, selbst herztransplantiert, begrüßen. Sie alle standen an unserer Seite, um unser Anliegen "Organspende ist Gemeinschaftsaufgabe" im Sinne von Information über das Thema Organspende mit Leben erfüllen.
Durch ein Seminar zum Thema gut vorbereitet, gingen unsere Mitglieder, Freunde und Helfer in die drei Tage. Und sie hatten alle richtig viel zu tun. Unser Stand war sehr gut besucht. Wir hatten organisiert, dass genügend Standbetreuer an den einzelnen Tagen eingeteilt waren, so dass die Belastung für den Einzelnen nicht zu groß wurde. So konnten auch Veranstaltungen und Diskussionsrunden rings um den Markt der Möglichkeiten besucht und Eindrücke vom Kirchentag und der dortigen Stimmung gesammelt werden.
Die Bitte um Organspende muss in einer sehr schwierigen emotionalen Situation und in den schmerzlichsten Stunden angesichts des durch zwei unabhängige Ärzte festgestellten Hirntodes eines geliebten Menschen gestellt werden. Dies ist eine Situation, in der kaum ein Mensch diese Entscheidung treffen kann und will, weil die Trauer jegliche andere Überlegung kaum zulässt. Deshalb richteten wir die Bitte an unsere Standbesucher, ihre Entscheidung bereits zu Lebzeiten zu treffen - egal, in welche Richtung diese ausfallen möge. Wir baten, sich umfangreich zu informieren und das Wissen nutzend, den eigenen Angehörigen diese Entscheidung bereits zu Lebzeiten abzunehmen. Damit wird eine derartige Belastung nicht wissentlich auf die Stunde des Abschiedes vertagt. Der tröstende Gedanke könnte in diesem Moment dann der sein, dass die Organe in anderen Menschen weiter leben und wenn auch nicht vollkommene Gesundheit, so doch den Empfängern Lebensqualität, Glück, Freude und Dankbarkeit bringen. Andererseits baten wir die Menschen an unserem Stand darüber nachzudenken, wie schnell sie in die Situation geraten könnten, selbst dringend eine Organspende zu benötigen. Hinter der Zahl 11570 die sich auf der Warteliste zur Organspende von Eurotransplant in Leiden (Stand 01.01.2011), findet, verbergen sich Menschen in unterschiedlichen Krankheitsstadien. Sie alle warten auf eine Organspende, Wenn wir den Blick über die eigene Betroffenheit als chronisch Nierenkranke oder Dialysepatienten hinaus richten und an die Wartepatienten auf eine Herz-,Lungen- oder Leberspende denken, ringen manche von diesen mit dem Tode. Nicht alle bekommen das so dringend für ein Weiterleben benötigte Organ rechtzeitig.
Insgesamt ging es uns an unseren Stand sowohl darum, das Geschehen während der Organspende sachlich und kompetent nachvollziehbar zu machen, Unsicherheiten auszuräumen als auch darum, den Empfängern eines großartigen Geschenkes Stimme zu geben. All dies wurde noch einmal bei einer Podiumsdiskussion am Sonnabend, den 04.06.2011, dem Tag der Organspende in Deutschland, thematisiert. Eigentlich hatten wir einen Powerpoint – Vortrag in unserem Plan für diesen Tag vorgesehen. Carsten Zeh vom Verein HLTX e.V. hatte sich gut vorbereitet und OA Dr. Marcus Barten vom Herzzentrum Leipzig gebeten, ihn fachlich zu begleiten. Leider waren die Bedingungen nicht für einen derartigen Vortrag geeignet, so dass kurzerhand entschieden wurde, eine kleine Podiumsdiskussion zu veranstalten. Diese Entscheidung erwies sich als Volltreffer. Wir hatten genau die richtigen Sach- und Fachleute vor Ort. Wie sehr das Thema die Besucher bewegte, wurde anlässlich der Diskussion in diesem Rahmen sehr deutlich. Sachlich und sehr sicher von Carsten Zeh moderiert, stellten sich die Mitwirkenden auf der Bühne (u.a. Carsten Zeh, HLTX e.V., Peter Gilmer, BN e.V., Nils Hildebrand DSO und Marcus Barten, Herzzentrum Leipzig) solchen Fragen wie. Was ist Hirntod?, Wie wird er festgestellt?, Ist man wirklich tot?, Gibt es Altersgrenzen? Wie ist der Ablauf einer Organspende? Aber auch eine solche philosophische Frage wie Zu welchem Zeitpunkt verlässt die Seele den Körper? wurde diskutiert. Mit einem guten Gefühl konnte die Runde nach einer Stunde geschlossen werden und auch noch im Nachhinein standen Experten fragenden Menschen Rede und Antwort.
Unser gemeinsames Bemühen, Informationen zu den Menschen zu bringen, wurde am Stand und während der Diskussionsrunde von großem Erfolg begleitet. Bereits aus der Erfahrung des Kirchentages 1997 in Leipzig heraus wussten wir, dass wir auf überaus wissbegierige und frage- sowie diskussionsbereite und kritische Menschen treffen würden. Aber noch nie in unserer langjährigen Aufklärungsarbeit wurde so viel Informationsmaterial von uns ausgegeben und noch nie wurden so viele Organspendeausweise von uns erbeten. Doch nicht nur darauf können wir mit Stolz blicken. Der eigentliche Erfolg ist, dass wir mit so vielen Menschen sprechen durften, die uns aufmerksam zu hörten und sachlich Pro und Kontra diskutierten. Aber darüber hinaus zählt, dass es ein gemeinsamer Erfolg von vielen Partnern war. Organspende ist Gemeinschaftsaufgabe!.
Resümee
An der Resonanz auf unseren Stand und unser Angebot konnten wir erkennen, wie gut und richtig unsere Entscheidung für die Teilnahme am Kirchentag war, gemessen an dem Interesse der Menschen, die viele Fragen hatten und sicher auch noch weiterhin haben.
Die Menschen haben das Recht, diese Antworten zu verlangen.
Uns zeigte dieser Kirchentag, wie dringend es immer noch der Aufklärung bedarf und dass Wege gefunden werden müssen, diesem Informationsbedürfnis gerecht zu werden.
Überzeugt von der gelungenen Umsetzung der Idee eines gemeinsamen Informationsstandes zum Thema Organspende anlässlich eines solchen Ereignisses wie dem Kirchentag, begeistert von einer guten und harmonischen Partnerschaft zwischen den einzelnen Mitwirkenden und den Menschen, die wir treffen und mit denen wir diskutieren durften, getragen von dem Gefühl etwas richtig gut gemacht zu haben, kehren wir in unseren Verbandsalltag zurück. Wir sind froh, dabei gewesen zu sein.
Danksagung
Abschließend einen herzlichen Dank an alle, die an der Realisierung unseres Vorhabens direkt und indirekt mitgewirkt haben.
Dank an den Bundesverband Niere e.V.,besonders an Peter Gilmer, dem Vorsitzenden, der die Schirmherrschaft übernahm und die Realisierung des Projektes zur Chefsache erklärte. Danke auch an Christa Scharnagel und Beate Kasper von der Geschäftsstelle des BN e.V., deren Hilfe uns bei der Vorbereitung der Veranstaltung von unschätzbarem Wert war.
Besonderer Dank an alle Vereine, die sich beteiligten.
Danke an alle Standteilnehmer, die trotz der Wärme und der Anstrengung den Stand und mit Leben erfüllten.
Danke an Frau Dr. Wachsmuth, geschäftsführende Ärztin der DSO, Region Ost, und ihre Mitarbeiter für ihr großartiges Engagement im Rahmen unseres gemeinsamen Projektes.
Danke an die DGfG und deren Mitarbeiterinnen, die uns sowohl finanziell als auch durch Frauenpower unterstützten.
Dank an Carsten Zeh, der die Podiumsdiskussion souverän moderierte.
Danke an Dr. Marcus Barten vom Herzzentrum Leipzig, der uns seine Fachkompetenz zur Verfügung stellte.
Herzlichen Dank an die verantwortliche Mitarbeiterin der Landesdirektion Leipzig, Frau Sickel, durch deren Hilfe uns die Projektfinanzierung möglich wurde und die uns beriet.
Danke allen, die dazu beitrugen, dass dieses tolle Projekt und diese Gemeinschaft Wirklichkeit wurde.
























































































