Neues aus Sachsen

Aktuelle Meldungen des Medienservice Sachsen
  • Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) lud gestern ins Pressezentrum der Landespressekonferenz im Sächsischen Landtag ein. Diese stand unter dem Motto: »Feldhamster, Flussperlmuschel und Streuobstwiesen – die LaNU in bewegten Zeiten«. Die LaNU widmete sich im letzten und im laufenden Jahr dem praktischen Artenschutz. Feldhamster und Flussperlmuschel standen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Außerdem pflegte die Stiftung ihre 41 Flächen bewusst naturschutzgerecht. Dazu gehören Streuobstwiesen wie und auch Bergbaufolgelandschaften. »Eine britische Regierungsanalyse warnt, dass der Verlust der biologischen Vielfalt und der Zusammenbruch von Ökosystemen auch erhebliche Folgen für Wirtschaft und Versorgungssicherheit haben kann«, erklärte Robert Clemen »Ich möchte nicht, dass solche Warnungen auch für die Bundesrepublik ausgesprochen werden müssen. Deshalb engagagieren wir uns bewusst im Artenschutz«, ergänzt der LaNU-Chef. »Wir müssen sofort etwas tun, damit weitere Vogelarten wie der große Brachvogel und die Uferschnepfe in Sachsen nicht aussterben. Die Brutbestände des Rebhuhns sind in den letzten 30 Jahren im Freistaat Sachsen auf ein Prozent ihrer ehemaligen Größe gesunken, die des Kiebitzes auf sieben Prozent, so Stiftungsdirektor Robert Clemen. »Deshalb haben wir im nächsten Jahr vor, zusammen mit dem Zoo Leipzig auf unseren Flächen in Nordsachsen Rebhühner auszuwildern«, ergänzt Clemen. Die LANU fördert Projekte der Umweltbildung und des Naturschutzes. Sie hat im vergangenen Jahr 35 Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 365.000 Euro bewilligt. Das größte war eine Hecke zum Biotopverbund im Landkreis Zwickau mit einer Förderung rund 24.500 Euro. Diese schafft Lebensraum für die Schleiereule. Die kleinste Förderung unterstützte eine Informationsveranstaltung für 500 Euro. Sie zielte auf den Blutbär, einen Schmetterling, dessen Raupen das für Weidetiere giftige Jakobskreuzkraut fressen und die Pflanze so ganz ohne Chemie zurückdrängen. Um das Thema Beweidung dreht sich der neu eröffnete Lehrpfad der LaNU im Naturschutzgebiet Bockwitzer See. Dort können Kinder und Erwachsene auf drei Routen gemeinsam mit Konni, einem Konikpferd, und Tauro, einem Taurusrind, erkunden, warum Weidetiere einen so wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten. Die Akademie der LaNU verfügt über gewachsene Strukturen und ein starkes Netzwerk im Umwelt- und Naturschutz. Sie organisiert jährlich über 150 Veranstaltungen zur Qualifizierung und Wissensvermittlung. Ihre Umweltmobile an Bildungseinrichtungen sind jedes Jahr zu etwa 450 bis 500 Einsätzen unterwegs. Außerdem koordiniert sie das Nachwuchsprogramm Junge Naturwächter (JuNa) und weitere Netzwerke in Sachsen. Hierzu gehören das Netzwerk Natur Sachsen, die Naturschutzstationen und das Servicestellennetzwerk BNE. Ebenso ist die LaNU Träger von Freiwilligendiensten. Damit erreicht die Akademie viele Zielgruppen und Menschen und fördert so seit über 30 Jahren das Fundament für ein langfristiges Engagement im Naturschutz. Hintergrund In Großbritannien sorgt ein brisanter Regierungsbericht für gewaltiges Aufsehen: Der Zusammenbruch globaler Ökosysteme wird darin als akute Bedrohung für die nationale Sicherheit des Landes eingestuft. Das Brisante: Eigentlich hätte das Papier bereits im Herbst 2025 veröffentlicht werden sollen. Doch das Büro des Premierministers griff offenbar ein. Aus Sorge, die düstere Analyse sei "zu negativ" und könnte politische Unruhe auslösen. Aufgrund einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz wurde eine 14-seitige Version letztendlich veröffentlicht. Offiziell wird der Bericht nur dem Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (DEFRA) zugeschrieben. Britischen Medien zufolge ist er aber vom gemeinsamen Geheimdienstausschuss, der MI5 und MI6 beaufsichtigt, erstellt worden. In dem sogenannten »Geheimpapier« heißt es: »Neben dem Klimawandel gehört der Biodiversitätsverlust zu den größten mittel- bis langfristigen Risiken für die heimische Lebensmittelproduktion. Ursachen sind ausgelaugte Böden, der Verlust von Bestäubern sowie Dürre- und Hochwasserlagen. Ein Kollaps von Ökosystemen würde das britische Agrarsystem massiv unter Druck setzen. Es fiele schwer, schnell auf neue Ansätze und Technologien umzusteigen, die für die Versorgung nötig wären.« Warum ist die Biodiversitätskrise so gefährlich für Großbritannien und auch für ganz Europa? In den letzten 50 Jahren sind fast 70 Prozent der Bestände aller Wirbeltiere verschwunden, allein in Europa 800 Millionen Singvögel. Pro Stunde verlieren wir ein bis zwei Tier- oder Pflanzenarten. Oft unbemerkt, da viele Arten noch gar nicht beschrieben sind. Biodiversität bildet die Grundlage für lebenswichtige Ökosystem-Leistungen: Sie liefert Nahrungsmittel und Trinkwasser, reguliert Klima und Erosion, bildet Böden und hält Nährstoffkreisläufe aufrecht. 60 Prozent aller menschlichen Wirtschaftsleistungen hängen direkt oder indirekt von diesen Diensten ab. Möchten Sie mehr zur LaNU wissen, dann schauen Sie bitte auf unserer Homepage www.lanu.de
  • Verantwortlich: Therese Leverenz Unfall in der Südvorstadt Ort: Leipzig (Südvorstadt), Kreuzung Kurt-Eisner- / August-Bebel-Straße Zeit: 11.09.2026, gegen 11:45 Uhr Heute Mittag kam es in der Leipziger Südvorstadt zu einem Verkehrsunfall, bei dem zwei Personen verletzt wurden. Der Fahrer (19) eines Peugeot befuhr die Kurt-Eisner-Straße in östliche Richtung. Im Kreuzungsbereich der August-Bebel-Straße kam es zum Zusammenstoß mit einem E-Bike, dessen 38-jähriger Fahrer (deutsch) auf dem Fahrradschutzstreifen der August-Bebel-Straße in nördliche Richtung unterwegs war. Nachfolgend wurden zudem zwei geparkte Fahrzeuge (Audi | Renault) sowie eine Ampel und ein Verkehrsschild beschädigt. Die Höhe des insgesamt entstandenen Sachschadens ist noch nicht abschließend bezifferbar. Infolge des Unfalls wurde der 38-Jährige schwer verletzt und zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht. Der Fahrer des Peugeot wurde ebenfalls verletzt und ambulant in einem Krankenhaus behandelt. Für die Dauer der Unfallaufnahme musste die Straße bis circa 14:00 Uhr voll gesperrt werden. Der Verkehrsunfalldienst hat die Ermittlungen zum Unfallhergang und wegen des Verdachts einer fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen. Zwei Personen bei Verkehrsunfall verletzt Ort: Delitzsch, B 183a / Schenkenberger Straße Zeit: 11.09.2026, gegen 05:20 Uhr Am frühen Freitagmorgen kam es in Delitzsch zu einem Verkehrsunfall, bei dem zwei Personen schwer verletzt wurden. Der Fahrer (38, deutsch) eines Polestar fuhr auf der Schenkenberger Straße in südliche Richtung. An der Einmündung zur Bundesstraße 183a übersah er nach bisherigen Erkenntnissen einen vorfahrtsberechtigten VW Golf, der auf der B 183a in westliche Richtung fuhr. Es kam zum Zusammenstoß, wodurch sich der VW überschlug und auf dem Dach zum Liegen kam. Infolge des Unfalls wurden beide Fahrer schwer verletzt und zur weiteren medizinischen Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Höhe des entstandenen Sachschadens wurde mit etwa 25.000 Euro beziffert. Der Verkehrsunfalldienst ermittelt wegen des Verdachts einer fahrlässigen Körperverletzung. Brand an einem Schulgebäude Ort: Grimma (Böhlen), Wiesenthaler Straße Zeit: 11.09.2026, gegen 07:50 Uhr In Böhlen kam es am heutigen Morgen zum Brand an der Fassadenverkleidung eines Schulgebäudes, so dass dieses evakuiert werden musste. Nach bisherigen Erkenntnissen entzündete sich Styropor an der Fassadenverkleidung, wodurch es zu einem Schwelbrand kam. Ein Zeuge bemerkte den Brand und begann wenig später selbstständig mit den Löscharbeiten. Nachfolgend wurden die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte vorsorglich aus dem Gebäude evakuiert. Zur Betreuung der Schülerinnen und Schüler wurde ein Kriseninterventionsteam eingesetzt. Die Löscharbeiten der Feuerwehr waren gegen 09:30 Uhr abgeschlossen. Die Höhe des entstandenen Sachschadens kann derzeit noch nicht beziffert werden. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen des Verdachts einer fahrlässigen Brandstiftung aufgenommen. Drei Personen bei Verkehrsunfall verletzt Ort: Schönwölkau, Einmündung zur S7 Zeit: 11.09.2026, gegen 10:00 Uhr Am Vormittag kam es in Schönwölkau im Landkreis Nordsachsen zu einem Verkehrsunfall, bei dem drei Personen verletzt wurden. Der Fahrer (24, deutsch) eines BMW 523l fuhr in Mocherwitz auf der Staatsstraße 7 in nordöstliche Richtung. An der Einmündung zur Staatsstraße 4 bog er nach links ab und übersah dabei einen von rechts kommenden Suzuki Swift (Fahrerin: 80). Es kam zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge, in dessen Folge der Suzuki mit einem entgegenkommenden VW Golf (Fahrer: 83) kollidierte. Durch den Unfall wurden die 80-Jährige und ihr Beifahrer (82) schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Der 83-Jährige wurde ebenfalls verletzt und ambulant in einem Krankenhaus versorgt. Ein durchgeführter Drogenvortest reagierte bei dem 24-Jährigen positiv auf Cannabis. Nach einer Blutentnahme wurde sein Führerschein sichergestellt. Der entstandene Sachschaden ließ sich noch nicht beziffern. Der Verkehrsunfalldienst hat die Ermittlungen wegen einer Gefährdung des Straßenverkehrs aufgenommen.
  • Das Sächsische Staatsministerium des Innern zeichnete heute im Rahmen der Polizeisportlerehrung insgesamt 57 Sportlerinnen, Sportler und Trainer für ihre herausragenden Leistungen aus. Die Ehrung erfolgt für einen Zeitraum von jeweils zwei Jahren. Staatsminister des Innern Armin Schuster und Inspekteurin der Polizei Sonja Penzel überreichten die 57 Pokale und Urkunden an die Preisträger. Staatsminister der Innern Armin Schuster: »Die Medaillen und Titel unserer Polizeisportler sind mehr als nur sportliche Erfolge, sie stehen für Disziplin, Ausdauer und den Willen, immer das Beste zu geben. Diese Werte prägen nicht nur den Sport, sondern auch den täglichen Einsatz unserer Polizistinnen und Polizisten. Mit ihren Leistungen sind sie Vorbilder für den Nachwuchs und repräsentieren den Freistaat Sachsen in bester Weise.« Inspekteurin der Polizei Sonja Penzel: »Sport und Polizei sind untrennbar verbunden, denn körperliche Fitness ist eine zentrale Voraussetzung für die Einsatzfähigkeit unserer Beamtinnen und Beamten. Dass sie im anspruchsvollen Berufsalltag herausragende sportliche Erfolge erzielen, zeigt ihre außergewöhnliche Belastbarkeit und ihr Engagement. Diese Leistungen stärken nicht nur das Ansehen der Polizei Sachsen, sondern beweisen auch, dass Sport eine unverzichtbare Säule unserer Arbeit ist.« 53 Sportlerinnen und Sportler aus den Dienststellen, der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) und der Sportfördergruppe der Polizei Sachsen erhielten die Auszeichnungen für ihre Erfolge in den Jahren 2024 und 2025. Sie errangen Spitzenleistungen in den Polizeisportarten Leichtathletik, Schwimmen, Judo und Ju-Jutsu sowie in den Disziplinen Gewichtheben, Radsport, Ringen, Kanuslalom, Eisschnelllauf, Bobfahren und Rudern. Die Ehrungen umfassen 39 Auszeichnungen für das Jahr 2024, 16 für 2025 sowie zwei Sonderpreise für zwei Trainer für ihr langjähriges Engagement in der Landesauswahlmannschaft Handball. Sportliche Highlights Leichtathletik: Polizeimeister Marvin Schlegel (Sportfördergruppe) gewann vier Medaillen bei der Deutschen Polizeimeisterschaft Leichtathletik 2024 (3x Gold, 1x Silber). Seine 46,61 Sekunden über 400 Meter wurden als beste Leistung der gesamten Meisterschaft ausgezeichnet. Polizeimeister Nick Günther (Polizeidirektion Leipzig) belegte Platz 2 im Fünfkampf bei der Deutschen Polizeimeisterschaft Leichtathletik 2024. Seine Punktzahl stellte einen neuen sächsischen Polizeirekord auf. Kanuslalom: Polizeimeisteranwärterin Lucie Krech (Sportfördergruppe) sicherte sich 2024 und 2025 internationale Medaillen in der Disziplin Canadier-Einer (C1) mit der Mannschaft und im Mixed-Wettbewerb (Altersklasse Juniorinnen U23). 2025 wurde sie erstmals Deutsche Meisterin bei den Aktiven, und 2026 Weltmeisterin U23 im Einzelwettbewerb. Bobsport: Polizeimeister Felix Straub (Sportfördergruppe) wurde 2024 und 2025 jeweils Weltmeister im Viererbob mit dem Team Friedrich. 2026 gewann er mit dem Team die erste olympische Medaille für die Polizei Sachsen (2. Platz bei den Olympischen Spielen).
  • Leipzig (11. September 2026) – Bereits seit dem 1. Dezember 2025 ist Eckart Stinshoff Präsident des Verwaltungsgerichts Leipzig – heute fand der Festakt statt, mit dem der neue Leiter offiziell in sein Amt eingeführt wurde. Justizministerin Prof. Constanze Geiert würdigte in ihrer Festrede sowohl die Verdienste des neuen Präsidenten als auch das langjährige Wirken seiner Vorgängerin, Birgitta Braun, die mehr als 30 Jahre lang in Leipzig tätig gewesen war und das Verwaltungsgericht seit 2017 geleitet hatte. Justizministerin Prof. Constanze Geiert: "Dass die Ansprüche an die Justiz gestiegen sind, bekommt nicht zuletzt die Verwaltungsgerichtsbarkeit deutlich zu spüren. Von den Verwaltungsgerichten wird erwartet, ebenso effizient wie gründlich zu arbeiten, was nicht zuletzt im Asylrecht eine enorme Herausforderung bedeutet. Mit Eckart Stinshoff haben wir einen neuen Präsidenten für das Verwaltungsgericht Leipzig gefunden, der dafür nicht nur die nötige Führungsstärke und fachliche Expertise mitbringt, sondern sich auch seit vielen Jahren beim Thema Digitalisierung engagiert." Sie resümierte Eckart Stinshoffs langjähriges Wirken in der sächsischen Justiz, das u.a. Stationen im Sächsischen Staatsministerium der Justiz, bei der Leipziger Staatsanwaltschaft sowie beim Verfassungsgerichtshof des Freistaats Sachsen einschloss. In seiner Antrittsrede erklärte der neue Präsident: "Das im letzten Jahr personell verstärkte und IT-seitig neu ausgestattete Verwaltungsgericht Leipzig steht unverändert vor anspruchsvollen Aufgaben. Insbesondere im Asylrecht gilt es, rechtsstaatliche Grundsätze mit den Erwartungen an eine Beschleunigung der Verfahren in Einklang zu bringen. Ich freue mich darauf, nun den weiteren Weg dieses Gerichts mitgestalten zu dürfen." Hintergrund: Eckart Stinshoff wurde im Jahr 1971 in Kiel geboren. Nach Absolvierung beider juristischer Staatsexamen begann er 2001 seine berufliche Laufbahn als Proberichter beim Verwaltungsgericht Chemnitz und beim Landgericht Leipzig. Im Juni 2002 wechselte Herr Stinshoff zum Sächsischen Staatsministerium der Justiz und wurde im Dezember 2002 zum Regierungsrat sowie nachfolgend zum Regierungsoberrat ernannt. Im Februar 2005 erfolgte seine Ernennung zum Staatsanwalt und Dienstantritt bei der Staatsanwaltschaft Leipzig. Es folgten Abordnungen zum Oberlandesgericht Dresden sowie zum Bundesministerium der Justiz. 2008 erfolgte seine Ernennung zum Richter am Sozialgericht und Wechsel zum Sozialgericht Leipzig. In den Jahren 2011 bis 2013 war er an den Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen abgeordnet. 2014 wechselte er zum Sächsischen Landessozialgericht und war dort als Richter am Landessozialgericht tätig. Im Mai 2019 erfolgte seine Versetzung an das Sozialgericht Leipzig und Ernennung zum Richter am Sozialgericht als weiterer aufsichtsführender Richter. Darüber hinaus nahm Herr Stinshoff über mehrere Jahre Verwaltungstätigkeiten im Projekt E-Verfahrensakte Justiz Sachsen wahr. Seine Ernennung zum Vizepräsidenten des Sozialgerichts Leipzig erfolgte im März 2021, die Ernennung zum Vorsitzenden Richter am Landessozialgericht im Juni 2024. Seit 1. Dezember 2025 ist er Präsident des Verwaltungsgerichts Leipzig. Am Verwaltungsgericht Leipzig sind rund 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 35 Richterinnen und Richter, tätig.
  • Am 10. und 11. September fand in Berlin die Bauministerkonferenz statt. Zu Gast waren die Mitglieder der Konferenz der Beauftragten aus Bund und Ländern für die Belange von Menschen mit Behinderungen (KBB), die konkrete Vorschläge zum Thema barrierefreies Bauen und Wohnen machten. Die Berliner Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Christine Braunert-Rümenapf, erläutert: »Oft wird Barrierefreiheit als Kostentreiber bei Baukosten angesehen. Das ist jedoch falsch. Wenn Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht wird, erhöhen sich die Baukosten nur minimal.« Berlins Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und Vorsitzender der Bauministerkonferenz Christian Gaebler betont: »Die diesjährige Bauministerkonferenz steht dafür, Wohnen bezahlbar zu halten, Bauen einfacher und schneller zu machen und unsere Städte zukunftssicher zu gestalten. Dazu gehört ganz selbstverständlich auch das barrierefreie Bauen und Wohnen. Barrierefreiheit müssen wir von Anfang an mitdenken und gemeinsam einfache und umsetzbare Lösungen voranbringen. Der Austausch mit der Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für die Belange von Menschen mit Behinderungen (KBB) ist dafür ein wichtiger Impuls.« Der Sächsische Landesbeauftragte für Inklusion der Menschen mit Behinderungen, Michael Welsch, legte den Fokus auf den Wohnungsbestand: »Vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft dürfen Barrieren im Wohnbereich nicht zum ausschlaggebenden Kriterium für die Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung zu Lasten der Sozialkassen und der kommunalen Haushalte werden. Eine auskömmliche Finanzierung des Barriereabbaus im Wohnungsbestand durch Landesförderprogramme ist unerlässlich.« Die KBB hat ihre Vorschläge in einem Themenblatt an die Bauministerkonferenz zusammengefasst und empfiehlt insbesondere: * Barrierefreiheit als Schutzziel verankern: Die Musterbauordnung muss Barrierefreiheit als verbindliches Schutzziel festschreiben und dies durch eine tatsächliche Überprüfung der Einhaltung flankieren. Denn zu oft entspricht das Angebot nicht der Realität. * Rollstuhlgerechtigkeit im Neubau sichern: Wohnungen nach dem R-Standard der DIN 18040-2 mit größeren Bewegungsflächen sollen in den Landesbauordnungen verankert werden. Denn wo Länder den Standard nicht in die Technischen Baubestimmungen übernehmen, entsteht faktisch ein Ausschluss ausgerechnet der Personengruppe mit dem höchsten Risiko einer Heimunterbringung. * Bestandsbauten fördern: Die Länder sollen Förderprogramme zum Abbau von Barrieren im Bestand, die sich sowohl an Mieter und selbstnutzende Eigentümer als auch an Vermieter richten, mit den entsprechenden finanziellen Ressourcen unterlegen. * Barrierefreiheit im Gebäuderegister erfassen: Was nicht erfasst ist, lässt sich weder gezielt fördern noch steuern. Dies gilt für barrierefreien und rollstuhlgerechten Wohnraum ebenso wie für den energetischen Zustand. Der von der Bauministerkonferenz im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) und der Energieeffizienz-Richtlinie (EED) angestoßene Aufbau eines einheitlichen, systemoffenen Gebäuderegisters sollte genutzt werden, um zugleich die Barrierefreiheit zu erfassen und Doppelstrukturen zu vermeiden. * Barrierefreiheit in den Studiengängen verankern: Barrierefreiheit muss verbindlicher Bestandteil des Kerncurriculums in den Studiengängen des Bauens und Gestaltens werden. Fehlt dieses Wissen in der Ausbildung, planen künftige Fachkräfte an den Bedarfen vieler Menschen vorbei. Aus-, Fort- und Weiterbildung ist die günstigste Form der Fehlervermeidung und senkt nachhaltig die Folgekosten. Hintergrund: Weniger als zwei Prozent der rund 37 Millionen Wohnungen sind barrierefrei. Das Institut der Deutschen Wirtschaft errechnete 2023 eine Versorgungslücke von mindestens 2,1 Millionen barrierefreien Wohnungen. Durch die demografische Alterung wird der zusätzliche Bedarf bis 2040 bei mindestens 3,2 Millionen liegen, denn die Gruppe der über 67-Jährigen wächst am schnellsten. Dass Barrierefreiheit im Neubau nur rund ein Prozent Mehrkosten verursacht, wenn sie von Anfang an mitgeplant wird, zeigte bereits 2017 die Studie »Barrierefreies Bauen im Kostenvergleich« von Terragon und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund. Die eigentlichen Kostentreiber sind Grundstückspreise, allgemeine Bau- und Materialkosten sowie langwierige Genehmigungsverfahren. Die Folgekosten fehlender Barrierefreiheit sind hingegen um ein Vielfaches höher und werden letztlich von den Pflegekassen, den Sozialkassen und somit vom Staat getragen. Wenn eine Person ihre Wohnung nicht mehr nutzen kann, ist ein Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung in der Regel unvermeidlich. Allein im ersten Jahr entstehen dabei Kosten in Höhe von rund 3.245 Euro pro Monat (vdek 2026), die in vielen Fällen vom Sozialamt übernommen werden. Zusätzlich steigen die Gesundheitskosten, da ungeeigneter Wohnraum das Sturz- und Verletzungsrisiko erhöht. Nach einer Anpassung des Wohnraums ist ein messbarer Rückgang dieser Risiken zu verzeichnen. Näheres finden Sie im Themenblatt "Wohnen" der KBB in der Anlage dieser Medieninformation.