Neues aus Sachsen

Aktuelle Meldungen des Medienservice Sachsen
  • Verantwortlich: Karolin Hemp, Annekatrin Liebisch, Sebastian Schmidt, Christina Friedrich Ausgewählte Meldung Verkehrsunfall mit Schwerverletzten Zeit: 01.07.2026, 07:50 Uhr Ort: Glauchau Beim Zusammenstoß von zwei Fahrzeugen wurden drei Menschen verletzt – zwei davon schwer. Am Mittwochmorgen befuhr eine 55-Jährige mit ihrem Nissan die August-Bebel-Straße aus Richtung Arndtstraße kommend in Fahrtrichtung Rudolf-Breitscheid-Straße. Kurz vor der Einmündung zur Körnerstraße geriet die Nissan-Fahrerin aus bislang ungeklärter Ursache nach links in den Gegenverkehr und kollidierte frontal mit einem entgegenkommenden VW-Transporter. Die 55-Jährige sowie der 55-jährige VW-Fahrer erlitten schwere Verletzungen. Ein 37-jähriger Beifahrer im VW wurde leicht verletzt. Damit die Nissan-Fahrerin aus ihrem Fahrzeug befreit werden konnte, mussten Kameraden der Feuerwehr das Dach des verunfallten Pkw abtrennen. Die beiden beteiligten Fahrzeuge, die einen Gesamtschaden von 35.000 Euro aufwiesen, mussten abgeschleppt werden. Gegen die Nissan-Fahrerin mit deutscher Staatsangehörigkeit wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. (sts) Vogtlandkreis Autofahrer erfasst Radfahrer und flüchtet Zeit: 02.07.2026, 07:25 Uhr Ort: Plauen In Plauen wurde ein Fahrradfahrer leicht verletzt. Der Verursacher fuhr zunächst davon, konnte aber ermittelt werden. Am Donnerstagmorgen fuhr ein zunächst unbekannter Autofahrer auf der Neundorfer Straße stadteinwärts und bog nach links auf die Theaterstraße ab. Dabei erfasste er einen Fahrradfahrer, der bei grüner Ampel über den dortigen Fußgängerüberweg fuhr. Der 45-jährige Zweiradfahrer stürzte, erlitt dadurch leichte Verletzungen und wurde anschließend von Rettungskräften ambulant behandelt. Der Autofahrer entfernte sich nach dem Zusammenstoß unerlaubt von der Unfallstelle. Zeugen hatten sich jedoch das Kennzeichen gemerkt, sodass Polizeibeamte den Opel auf einem nahegelegenen Parkplatz feststellen konnten. Das Fahrzeug wies starke Beschädigungen auf, die augenscheinlich vom Unfall stammen. Auch den mutmaßlichen Fahrer – einen 90-jährigen Deutschen – konnten die Beamten antreffen. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubten Entfernens vom Unfallort ermittelt, sein Führerschein wurde sichergestellt. Am Opel und dem Fahrrad entstand ein Sachschaden von circa 2.000 Euro. (cf) Kupferrohre gestohlen Zeit: 22.06.2026 bis 01.07.2026, 10:00 Uhr Ort: Falkenstein In Falkenstein entwendeten unbekannte Täter Kupferrohre im Wert von 10.000 Euro. Am Datacenter-Park verschafften sich unbekannte Täter Zutritt zu einer Halle, die sich gerade im Bau befindet. Daraus entwendeten sie etwa 100 Meter Kupferrohre in verschiedenen Stärken. Der Stehlschaden beläuft sich auf schätzungsweise 10.000 Euro. Der Diebstahl wurde am Mittwochvormittag festgestellt, der Tatzeitraum könnte bis zum 22. Juni zurückreichen. Haben Sie im Tatzeitraum zu unüblichen Zeiten Fahrzeuge an der Halle gesehen? Ist Ihnen sonst etwas Ungewöhnliches in der Nähe aufgefallen? Bitte schildern Sie Ihre Beobachtungen im Polizeirevier in Auerbach, telefonisch erreichbar unter 03744 2550. (cf) Unfallflucht Zeit: 01.07.2026, 08:15 Uhr bis 09:15 Uhr Ort: Neumark In Neumark wurde ein Pkw beschädigt – die verursachende Person flüchtete. Für etwa eine Stunde parkte eine Frau ihren gelben Suzuki Ignis auf einem Parkplatz an der Ernst-Ahnert-Straße, nahe dem Markt. In dieser Zeit fuhr offenbar eine unbekannte Person mit einem Fahrzeug gegen den Suzuki und verließ anschließend unerlaubt die Unfallstelle. Augenscheinlich wurde der Unfall mit einem grauen Fahrzeug verursacht. Der Sachschaden am Suzuki beläuft sich auf etwa 1.000 Euro. Haben Sie den Unfall beobachtet und können Sie Angaben zum Fahrzeug oder zur Person machen, die es fuhr? Hinweise nimmt die Polizei in Auerbach unter der Telefonnummer 03744 2550 entgegen. (cf) Landkreis Zwickau Mit Vollgas geflüchtet Zeit: 02.07.2026, 00:40 Uhr Ort: Zwickau Ein junger Mann entzog sich mit einem Audi in Zwickau einer Verkehrskontrolle. Kurz nach Mitternacht wollte ein Streifenteam der Polizei auf dem Dr.-Friedrichs-Ring kurz vor der Ampel zur Humboldtstraße einen Audi stoppen. Auf das Haltesignal reagierte der Fahrer zunächst mit Bremsen, gab aber dann Vollgas. Grob verkehrswidrig und rücksichtslos fuhr er mit höchstmöglicher Geschwindigkeit – teilweise über 150 km/h – auf der Reichenbacher Straße stadtauswärts. Ohne zu bremsen fuhr er auf den Kreuzungen zur Bürgerschachtstraße und zur Neuplanitzer Straße über rote Ampeln. In Schönfels verlor das Streifenteam dann den Sichtkontakt. Ihnen war der Fahrer jedoch bekannt. Der 19-jährige Deutsche muss sich nun wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens verantworten. (kh) Mehrere Diebstähle Zeit: 01.07.2026, 16:30 Uhr Ort: Zwickau In Zwickau zeigte sich ein Dieb unbeirrt von einer polizeilichen Anzeige aufgrund mehrerer Diebstähle und stahl weiter. Ein 36-jähriger Libyer entwendete am Mittwochnachmittag in einem Schuhfachgeschäft an der Inneren Plauenschen Straße einen Rucksack, eine Sporttasche und mehrere Paar Schuhe im Wert von rund 400 Euro. Im Rahmen einer freiwilligen Nachschau entdeckten die eingesetzten Beamten noch weiteres Diebesgut im Wert von etwa 300 Euro. Die Wertsachen nahm er zuvor in Sportgeschäften und einem Lebensmittelmarkt mit. Nach Beschlagnahme der Waren und Fertigung einer Anzeige wegen Diebstahls wurde er aus den polizeilichen Maßnahmen entlassen. Er zeigte sich jedoch recht unbeirrt und ging in die nächstgelegene Drogerie, wo er ein Parfüm im Wert von etwa 130 Euro entwenden wollte. Auch hier wurde er erwischt und nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft vorläufig festgenommen. Nun soll eine Haftrichtervorführung folgen. (kh) Unfall mit Sachschaden Zeit: 01.07.2026, 07:30 Uhr Ort: Zwickau, OT Marienthal Bei einem Unfall in Marienthal entstand Sachschaden. Ein Pkw war abschleppreif. Eine 52-Jährige beabsichtigte am Mittwochmorgen, mit ihrem Hyundai am Virchowplatz nach links abzubiegen und ordnete sich deshalb auf der Linksabbiegerspur ein. Dabei versagten die Bremsen ihres Fahrzeugs und sie stieß mit dem Ford einer 27-Jährigen zusammen, die auf der Steinpleiser Straße in stadtauswärtiger Richtung unterwegs war. Die beiden Unfallbeteiligten blieben glücklicherweise unverletzt. An den Fahrzeugen entstand jedoch ein Sachschaden von 14.000 Euro. Der Hyundai musste vom Unfallort abgeschleppt werden. (kh) Entwendete Kleinkrafträder In Crimmitschau und Lichtentanne verschwanden Motorroller. Zeit: 30.06.2026, 20:00 Uhr bis 01.07.2026, 15:40 Uhr Ort: Crimmitschau Zwischen Dienstagabend und Mittwochnachmittag entwendete eine unbekannte Person in Crimmitschau ein blaues Kleinkraftrad der Marke Xiamen Xiashing, das an der Wilhelm-Liebknecht Straße in Höhe der Kleingartenanlage gesichert abgestellt war. Das Krad ist etwa 800 Euro wert. Zeit: 02.07.2026, 02:30 Uhr bis 04:05 Uhr Ort: Lichtentanne In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag entwendeten zwei unbekannte Täter aus einer Garage am Mühlenweg in Lichtentanne einen grünen Motorroller der Marke Aprilia, sechs Kästen mit Pfandgut und zwei Paar Schuhe. Der Stehlschaden beläuft sich auf etwa 430 Euro, der Sachschaden liegt bei rund 50 Euro. Können Sie Hinweise zu einem der geschilderten Diebstähle geben? Bitte informieren Sie das Polizeirevier Werdau, Telefon: 03761 7020. (al) Vor der Polizei geflohen Zeit: 01.07.2026, 23:20 Uhr Ort: Wilkau-Haßlau Zwei Kradfahrende entzogen sich der Kontrolle. Am späten Mittwochabend bemerkte ein Streifenteam an der Schneeberger Straße zwei Personen, an deren Krads keine Versicherungskennzeichen waren. Als die Einsatzkräfte die beiden einer Verkehrskontrolle unterziehen wollten, ignorierten diese das Anhaltesignal und beschleunigten. Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit flüchteten die beiden Kradfahrenden in Richtung Oberhaßlau, dabei fuhren sie grob verkehrswidrig und rücksichtslos. Beim Versuch, vor der Fußgängerbrücke zu wenden, stieß eine der beiden Personen mit ihrem Zweirad gegen eine Betonmauer und stürzte. Die zweite Person fuhr zunächst weiter, kehrte dann jedoch zum Unfallort zurück. Die gestürzte Person entpuppte sich als eine 15-Jährige, die keine gültige Fahrerlaubnis hatte. Sie wies leichte Verletzungen auf. Ihr 18-jähriger Begleiter konnte sowohl einen Führerschein als auch einen Versicherungsschutz vorweisen, wenn auch das Kennzeichen nicht angebracht war. Gegen die beiden Deutschen wird nun wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens ermittelt, gegen die Jugendliche auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz. (al)
  • Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch hat heute (2. Juli 2026) die Woiwodschaft Niederschlesien besucht, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur und Tourismus weiter zu vertiefen. Im Mittelpunkt der eintägigen Reise stehen in Breslau (Wrocław) Gespräche mit den Vizemarschällen Wojciech Bochnak (Tourismus) und Jarosław Rabczenko (Kultur) sowie die Besichtigung der Friedenskirche in Schweidnitz (Świdnica) auf dem Programm. Staatsministerin Barbara Klepsch betont die Bedeutung der Partnerschaft: »Sachsen und Niederschlesien verbindet seit 1999 eine lebendige Regionalpartnerschaft, die durch unsere gegenseitigen Verbindungsbüros stetig gepflegt wird. Polen ist mit einem Marktanteil von fast 19 Prozent der wichtigste ausländische Quellmarkt für den sächsischen Tourismus. Unser Ziel ist es, diese engen Bande durch gemeinsame Projekte wie die ‚Via Sacra‘ oder die ‚Route der Burgen und Schlösser‘ weiter zu festigen und neue Impulse für den Kulturaustausch zu setzen. Der gemeinsame Dialog im Sinne der europäischen Idee bereichert das Leben beiderseits der Grenze.« Am Vormittag traf Ministerin Klepsch im Marschallamt mit Vizemarschall Wojciech Bochnak zusammen, der für Sport und Tourismus zuständig ist. Ein zentrales Thema war die Vermarktung gemeinsamer touristischer Produkte. Besonders hervorgehoben wurde die seit Dezember 2025 bestehende Bahnverbindung Leipzig–Breslau–Krakau, die für das Tourismusmarketing in beiden Regionen neue Möglichkeiten eröffnet. Zudem wurden auch über den Ausbau des Radtourismus gesprochen. Im anschließenden Gespräch Vizemarschall Jarosław Rabczenko, zuständig für Kultur, standen der Erhalt des gemeinsamen kulturellen Erbes und künftige Kooperationen im Fokus. Themen waren unter anderem die Unterstützung für das Museum für Sport und Tourismus in Krummhübel (Karpacz) sowie die angestrebte UNESCO-Welterbe-Nominierung der Papiermühle in Duszniki-Zdrój. Auch die Idee eines »Kongresses der Grenzkultur« als Plattform für Institutionen und Kulturschaffende wurde besprochen. Der Besuch in Breslau ist bereits der zweite direkte Austausch mit beiden Vizemarschällen, da es vor wenigen Wochen bereits Gespräche n Dresden gab. Zum Abschluss ihrer Reise besucht die Ministerin die Friedenskirche in Świdnica, die größte Fachwerkkirche Europas und UNESCO-Weltkulturerbe. Nach einem Empfang durch die Stadtpräsidentin Beata Moskal-Słaniewska und einem Austausch über aktuelle kulturelle Stadtprojekte wird die Ministerin ein Orgelkonzert an der barocken Klose-Orgel besuchen. Die Kirche ist nicht nur ein bedeutendes Sakralbauwerk der »Via Sacra«, sondern auch ein Symbol für Versöhnung und ökumenische Zusammenarbeit. Hintergrund: Der Freistaat Sachsen und die Woiwodschaft Niederschlesien sind seit 1999 durch eine Regionalpartnerschaft verbunden. Zur Unterstützung dieser Kooperation wurde 2012 das Sächsische Verbindungsbüro in Breslau eröffnet, gefolgt von der Eröffnung eines niederschlesischen Regionalbüros in Dresden im Jahr 2021. Zahlreiche Projekte werden zudem über das EU-Programm INTERREG Polen–Sachsen finanziert.
  • 311 (Vorjahr 353) sächsische Schülerinnen und Schüler haben 2026 ihr Abitur oder ihre Fachhochschulreife mit der Traumnote 1,0 abgelegt. Das Sächsische Kultusministerium hat heute (2. Juli 2026) in der Dresdner Frauenkirche die Absolventen für ihren hervorragenden Abschluss ausgezeichnet. Im Beisein ihrer Familien erhielten sie ein Glückwunschschreiben des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, eine Urkunde des Kultusministers Conrad Clemens, eine Ehrenplakette aus Meißner Porzellan und einen Büchergutschein. Kultusminister Conrad Clemens: »Der Abschluss mit 1,0 ist der verdiente Lohn für jahrelange harte Arbeit. Ich gratuliere den Absolventinnen und Absolventen ganz herzlich zu diesem großartigen Erfolg. Das Abitur ist der höchste allgemeinbildende Abschluss. Hier 1,0 zu erreichen, ist etwas ganz Besonderes. Ein großer Teil dieses Erfolges gebührt aber auch den Lehrkräften an unseren Schulen. Sie begleiten, motivieren und spornen ihre Schüler an, über sich hinaus zu wachsen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.« An den Abschlussprüfungen haben 14.064 Schülerinnen und Schüler (allgemeinbildende Gymnasien, Kollegs und Abendgymnasien, Berufliche Gymnasien, Fachoberschulen, Fachschulen) teilgenommen. Fakten: Von den insgesamt 311 Einser-Absolventen legten 265 ihre Fach- bzw. Hochschulreife an einem allgemeinbildenden Gymnasium ab, 27 an einem Beruflichen Gymnasium, 1 an einer Waldorfschule, 17 an einer Fachoberschule und 1 an einer Fachschule. Unter den 311 Abiturientinnen und Abiturienten sind 218 junge Frauen und 93 junge Männer. Nach Standorten des Landesamtes für Schule und Bildung aufgeschlüsselt sind das 28 Schüler aus Bautzen, 29 aus Chemnitz, 120 aus Dresden, 93 aus Leipzig und 41 aus Zwickau. Vorjahr: Im Schuljahr 2024/2025 wurden insgesamt 353 Einser-Absolventen ausgezeichnet, es legten 298 ihre Fach- bzw. Hochschulreife an einem allgemeinbildenden Gymnasium ab, 34 an einem Beruflichen Gymnasium, 20 an einer Fachoberschule und eine an einer Fachschule. Unter den Abiturientinnen und Abiturienten mit dem Durchschnitt 1,0 waren 232 junge Frauen und 120 junge Männer und eine weitere Person. Nach Standorten des Landesamtes für Schule und Bildung aufgeschlüsselt waren das 38 Schülerinnen und Schüler aus Bautzen, 45 aus Chemnitz, 109 aus Dresden, 114 aus Leipzig und 47 aus Zwickau.
  • Autor: Marko Laske (ml) Landeshauptstadt Dresden Schwerer Unfall auf der Autobahn Zeit: 02.07.2026, 08:35 Uhr Ort: Dresden, Autobahn 4 Heute Morgen ist es auf der Autobahn 4 zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Eine Frau (67) kam ums Leben. Die 67-Jährige war mit einem Opel Astra zwischen Eisenach und Dresden unterwegs. Kurz vor dem Autobahndreieck Dresden West fuhr die Frau mutmaßlich aufgrund eines gesundheitlichen Problems zunächst auf den Standstreifen und rollte später quer über die Fahrbahn bis zum linken Fahrstreifen. In der Folge kam es zum Zusammenstoß mit einem Opel Corsa (Fahrer 26). Die 67-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Der 26-Jährige erlitt schwere Verletzungen und kam in ein Krankenhaus. Eine Insassin (46) im Opel Corsa trug leichte Verletzungen davon. Die Ermittlungen der Autobahnpolizei dauern an. Im Zuge des Unfalls musste die Autobahn bis gegen 11 Uhr voll gesperrt werden. Es kam zu erheblichen Stauerscheinungen. (ml)
  • Die Wirtschaftsministerkonferenz hat heute einen sächsischen Antrag zur industriefreundlichen Weiterentwicklung des europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) und des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) beschlossen. Damit setzt sie ein deutliches Signal für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Investitionssicherheit und eine erfolgreiche industrielle Transformation. Viele Unternehmen befinden sich weiterhin in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Hohe Energiekosten, zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck und anhaltende Unsicherheiten belasten die industrielle Transformation. Deshalb muss Europa den Emissionshandel stärker an der wirtschaftlichen Realität des internationalen Marktumfelds ausrichten. Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Der Emissionshandel ist ein wirkungsvolles, marktwirtschaftliches Instrument, um Klimaschutz zu erreichen. Aber die Realität zeigt uns gerade, dass dieses Instrument nur unter stabilen Bedingungen gut läuft. Wir müssen sicherstellen, dass Klimaschutz und wirtschaftliche Stabilität auch in schwierigen Zeiten Hand in Hand gehen.« Die Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsminister der Länder fordern eine stärkere Ausrichtung des Emissionshandels an den globalen Wettbewerbsbedingungen und an der wirtschaftlichen Lage Europas. Mit ihrem Beschluss greift die Wirtschaftsministerkonferenz auch die Forderungen aus der Industrie nach einer dringenden und praxisnahen Reform des Emissionshandels auf. Viele Unternehmen stehen bereit, in klimafreundliche Produktionsverfahren zu investieren. Wichtige Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Dekarbonisierung und Defossilisierung sind jedoch bislang nicht ausreichend vorhanden oder nicht im für die Industrie notwendigen Maßstab verfügbar. Dazu zählen wettbewerbsfähige Strompreise, grüner Wasserstoff zu planbaren und mit anderen Energieträgern wettbewerbsfähigen Preisen, Technologien zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung im industriellen Maßstab sowie gefestigte Leitmärkte für emissionsarme Produkte wie grünen Stahl. Die Wirtschaftsministerkonferenz fordert deshalb einen verlässlichen Rahmen für Investitionen in die Transformation sowie einen besseren Schutz vor Carbon Leakage entlang von Wertschöpfungsketten. Dies dient der Vorbeugung von Produktionsverlagerungen in Länder mit geringeren Umweltstandards oder einer Überschwemmung des europäischen Markts mit emissionsintensiveren Produkten. Sie spricht sich für eine zielgerichtete und praktikable Fortentwicklung von Emissionshandel und CBAM mit einem spürbaren Abbau von Bürokratie, Berichtspflichten und administrativen Belastungen aus. Dabei ist bei einer verlängerten kostenlosen Zertifikatszuteilung als Übergangsinstrument die Wahrung von Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz gleichermaßen sicherzustellen. »Es wäre kontraproduktiv, wenn Unternehmen, die heute schon mutig und frühzeitig in klimafreundliche Produktionsverfahren investieren, durch gut gemeinte Anpassungen des Systems finanziell benachteiligt würden oder ihren Business-Case für ihre Transformationsprojekte verlieren. Gerade sogenannte »First Mover« leisten einen wichtigen Beitrag für das Erreichen der Klimaziele und die Modernisierung des Industriestandorts Europa«, so Panter. Mit dem Beschluss stärkt die Wirtschaftsministerkonferenz den Industriestandort Deutschland und verbindet wirksamen Klimaschutz mit wirtschaftlicher Weitsicht. Damit setzt sie sich für die Transformation unter einem fairen Wettbewerb im internationalen Umfeld ein.