Neues aus Sachsen

Aktuelle Meldungen des Medienservice Sachsen
  • Das Textilunternehmen Spekon Sächsische Spezialkonfektion GmbH in Seifhennersdorf (Landkreis Görlitz) gehört zu den weltweit führenden Herstellern moderner Fallschirmsysteme. Da die Fertigung an ihre räumlichen Grenzen stößt, modernisiert und vergrößert Spekon bis Ende 2027 seine Produktionsflächen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 8,3 Millionen Euro, wovon der Freistaat 2,8 Mio. Euro übernimmt. Die Fördermittel stammen aus dem Bund-Länder-Programm GRW-RIGA (Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur«). Das Bauvorhaben startete heute im Beisein von Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter offiziell mit dem ersten Spatenstich. Das 1842 gegründete Unternehmen hat sich auf Militär-, Rettungs- und Sportfallschirmtechnik, Luftfahrttextilien (z. B. Sicherungsnetze, Anschnallgurte), temporäre Bauten (z. B. Zeltsysteme) und technische Textilien (z. B. Prospekt-/Zeitungshalter in Flugzeugen, Bahnen und Bussen) spezialisiert. Spekon exportiert seine Produkte in mehr als 30 Länder. Zu den Kunden zählen u.a. öffentliche Auftraggeber, Luftfahrt- und Rüstungsfirmen sowie Verbände, Vereine und Privatkunden aus dem Fallschirm-, Segelflug- und Motorflugsport. Spekon geht für die kommenden Jahre von einem hohen Wachstumspotenzial, vor allem im Bereich der militärischen Fallschirme, aus. Minister Panter hatte den mittelständischen Global Player bereits im Herbst 2025 anlässlich seines Thementages »Sicherheits- und Verteidigungsindustrie« besucht. »Mich beeindruckt, wie Spekon Hightech mit Handarbeit verknüpft. Für zahlreiche Arbeitsschritte bedarf es präziser Fingerfertigkeit – Tradition verbindet sich mit Innovation«, so Dirk Panter. »Unsere GRW-Förderung trägt nun dazu bei, dass die Produktionskapazitäten mit der Nachfrage Schritt halten können. Zugleich verbessert sich das Arbeitsumfeld für die Beschäftigten. Das unterstützen wir gern.« Mit dem Ausbauvorhaben sollen über 40 Arbeitsplätze und zwei Ausbildungsplätze gesichert und ein zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen werden. Geschäftsführer Serdar Kaya ergänzt: »Wir freuen uns sehr darüber, dass das Land Sachsen uns bei diesem Vorhaben unterstützt. Wir hoffen, damit auch weiterhin international mitwirken und für den sächsischen Mittelstand eine Vorbildfunktion übernehmen zu können.« Hintergrund Das Bund-Länder-Programm GRW mit seinen Teilprogrammen GRW-Infra und GRW-RIGA ist das wichtigste Instrument der Wirtschafts- und Strukturpolitik in Sachsen. Das sächsische Kabinett hat am 19. Mai 2026 beschlossen, die beiden GRW-Richtlinien neu zu fassen. Damit setzte Sachsen ein zentrales Vorhaben aus dem Ende März von Wirtschaftsminister Dirk Panter vorgestellten Zukunftspaket I um. Die Förderung für die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur (Infra) und die einzelgewerbliche Wirtschaft (RIGA) wurde deutlich vereinfacht.
  • Der Kirchturm der Evangelischen Pfarrkirche Berthelsdorf (Ortsteil von Weißenborn/Erzgeb.) ist nach zweijähriger Bauzeit saniert. Staatsministerin Regina Kraushaar hat heute (18. September 2026) gemeinsam mit dem sächsischen Landeskonservator Alf Furkert an der Einweihung des Turms teilgenommen. Mit der restaurierten Turmuhr, den erneuerten Zifferblättern und den wieder erklingenden Glocken ist ein prägendes Wahrzeichen der Gemeinde Weißenborn für die Zukunft gesichert. Staatsministerin Regina Kraushaar: »Der Kirchturm ist für viele Berthelsdorfer Heimat und liebgewordener, unersetzlicher Blickfang des Ortes. Und deshalb haben viele Verantwortung für dessen Rettung übernommen: Zuerst die Kirchgemeinde, gemeinsam mit der örtlichen Arbeitsgruppe und vielen Menschen vor Ort, die Spenden in Höhe von rund 46.000 Euro gesammelt haben. Aber das brauchte noch weitere Unterstützung, die die öffentliche Hand geleistet hat. Die Gemeinde Weißenborn hat 130.000 Euro beigesteuert, der Freistaat hat die Sanierung mit rund 540.000 Euro gefördert: Ich finde, dass dieses tolle Zusammenspiel zeigt, wie Denkmalschutz vor Ort gelingen kann. Und gekrönt wurde das erfolgreiche Vorhaben am letzten Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, mit dem Denkmalpreis des Landkreises Mittelsachsen 2026 – ich war dabei und konnte mich gemeinsam mit der Kirchgemeinde über diese verdiente Anerkennung freuen.« Landeskonservator Alf Furkert, Landesamt für Denkmalpflege: »Bei einem Natursteinbau, der Wind und Wetter so stark ausgesetzt ist, entscheidet der Schutz der Bausubstanz vor eindringender Feuchtigkeit über den langfristigen Erhalt. In Berthelsdorf konnten die wesentlichen Schadensursachen behoben und das Mauerwerk mit denkmalgerechten Lösungen repariert werden. Das Ergebnis zeigt, was möglich ist, wenn Kirchgemeinde, Kommune, Fördergeber, Handwerk und Denkmalpflege Hand in Hand arbeiten.« Die zwischen 1881 und 1883 errichtete Kirche ist ein eingetragenes Kulturdenkmal des Freistaates Sachsen, deren Turm auch das Wappen der Gemeinde Weißenborn ziert. Der neoromanische Bau aus Gneis und Sandstein war nach mehr als hundert Jahren erheblich geschädigt. Die exponierte Lage, historische Baumängel und ungeeignete Mörtel aus den 1950er-Jahren hatten dem Natursteinmauerwerk zugesetzt. Vor allem eindringendes Wasser gefährdete den dauerhaften Erhalt des Turms. Bei der Sanierung des Kirchturms wurden deshalb unter anderem Bleiverwahrungen angebracht. Dabei deckt biegsames Walzblei die Fugen an Übergängen zwischen dem Mauerwerk und vorspringenden Bauteilen, etwa Gesimsen, ab. So wird verhindert, dass Regenwasser in das Natursteinmauerwerk eindringt. Das Außenmauerwerk wurde ebenfalls saniert. Dadurch konnte das Eindringen von Wasser in das Natursteinmauerwerk als zentrale Schadensursache beseitigt werden. Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen begleitete die Arbeiten über die gesamte Laufzeit fachlich. Die Gesamtkosten der Sanierung beliefen sich auf rund 830.000 Euro. Die Mittel aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege hatte der Freistaat im August 2024 bewilligt. Der Eigenanteil der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Brand-Erbisdorf – Lichtenberg – Weißenborn wurde durch die lokale Arbeitsgruppe »Kirchturm Berthelsdorf«, mit Benefizkonzerten, Lesungen, und weiteren Spendenaktionen unterstützt.
  • Das Sächsische Krankenhaus (SKH) Altscherbitz in Trägerschaft des Freistaates Sachsen, begeht in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen und kann mit seinen heute über 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Mit einem Festakt in der Altscherbitzer Kirche würdigte das Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie heute das Jubiläum im Beisein von wichtigen Kooperationspartnern, Wegbegleitern, Mitarbeitenden und Ehrengästen. Petra Köpping, Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: »Ein Jubiläum ist auch immer Anlass, danke zu sagen. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden des Krankenhauses, für die das Wohl der Patientinnen und Patienten immer im Mittelpunkt steht und die mit hohem persönlichem Einsatz und oft unter Zurückstellen persönlicher Belange eine bestmögliche Versorgung sichern. Der Grundstein für eine weitere positive Entwicklung des Krankenhauses wurde gelegt. Dies bietet Gewähr, dass das Krankenhaus seine Geschichte zum Wohl der Patientinnen und Patienten erfolgreich fortsetzt.« Am 1. Juli 1876 als Provinzial Irren Anstalt Rittergut Alt Scherbitz gegründet, erlangte das Krankenhaus in den folgenden Jahrzehnten mit bedeutenden Entwicklungen wie dem Offen-Tür-System, Wachsaalsystem sowie der Arbeitstherapie Weltruf. Während der Nazi-Diktatur wurden die Betreuungsleistungen stark reduziert, ca. 5.100 Altscherbitzer Patienten fanden den Tod durch Deportation, Hunger und ungenügende medizinische Betreuung. An die Altscherbitzer Opfer der NS-Euthanasie erinnert heute ein Gedenkstein, der ewige Tränen weinende Stein mit Gedenktafel, im Park des Krankenhauses. Mit dem jährlich stattfindenden Tag der Euthanasie Anfang Juni gedenkt die Klinik der Opfer und ihrer Angehörigen. Heute ist das Krankenhaus mit den Fachbereichen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sowie Neurologie in Trägerschaft des Freistaates Sachsen fester Bestandteil der Krankenhauslandschaft des Freistaates. Jährlich werden etwa 7.160 Patientenfälle vollstationär beziehungsweise teilstationär sowie ca. 20.000 Patientenfälle ambulant im Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz und in den dazugehörigen Ambulanzen behandelt. Als letzte Etappe der grundlegenden Modernisierung und Rekonstruktion des historischen Krankenhauses wurden im Juni 2023 für zwei psychiatrische Stationen ein Gebäudekomplex neu eröffnet. In dem Gebäudeensemble (Haus 19/20/21) fanden die Teilstation für junge Erwachsene, sechs Mutter-Kind-Einheiten für psychisch kranke Mütter mit ihren Kleinstkindern, die Psychotherapiestation und die DBT-Tagesklinik für Patienten mit Borderline-Syndrom ihren Platz. Mit einer Gesamtbettenzahl von 355 Betten, 132 neurologischen und psychiatrischen tagesklinischen Plätzen an drei Standorten, zwei Medizinischen Versorgungszentren mit moderner Radiologie und einer Neurologischen Notfallambulanz, Neuropsychiatrischen Infusionsambulanz, MS-Ambulanz, dem Interdisziplinären Schmerzzentrum und Psychiatrischen Institutsambulanzen an drei Standorten mit Spezialsprechstunden wie ADHS-Sprechstunde, Gedächtnissprechstunde, Traumaambulanz oder Kinder- und Jugendpsychiatrischen Sprechstunden sowie verschiedenen Diagnostik- und Funktionsbereichen ist eine wohnortnahe Versorgung von Patienten aus Nordsachsen und Leipzig möglich. »Unser 150-jähriges Jubiläum ist für uns nicht nur Anlass, auf eine außergewöhnliche Geschichte zurückzublicken. Es ist zugleich eine Verpflichtung für die Zukunft. Wir wollen das bewahren und weiterentwickeln, was Altscherbitz über Generationen geprägt hat: den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen. Gleichzeitig müssen wir den Mut haben, Medizin, Strukturen und Kooperationen immer wieder neu zu denken. Denn Tradition bedeutet für uns nicht Stillstand, sondern Zukunft auf einem starken Fundament,« erklärt Doreen Neu, Verwaltungsdirektorin des SKH Altscherbitz. Weitere Informationen zur Geschichte des SKH Altscherbitz: https://www.skh-altscherbitz.sachsen.de/ueber-uns/geschichte/
  • In den nächsten Jahren fließen weitere 8 Millionen Euro der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) nach Sachsen. Das Projekt »Chemische, physiologische und evolutionäre Auswirkungen der Hitzebehandlung von Nahrungslipiden (HTDL)« mit Sprecher Professor Dr. Klaus Reinhardt (TU Dresden) gehört zu den neun Forschungsgruppen, die die DFG neu einrichtet, und erhält rund 4,1 Millionen Euro für vier Jahre. Zudem wird die bereits bestehende Forschergruppe »Funktionsflächen durch adiabatische Hochgeschwindigkeitsprozesse: Mikrostruktur, Mechanismen und Modellentwicklung – FUNDAM³ENT« (Sprecher: Professor Dr.-Ing. Thomas Lampke, TU Chemnitz) in einer zweiten Periode mit rund 3,9 Millionen Euro gefördert. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: »Ich freue mich über diesen Erfolg und gratuliere den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herzlich. Ihre Forschung wird vom DFG nicht nur anerkannt, sondern bekommt mit der Förderung ein festes Fundament beziehungsweise kann weitergeführt werden. Die Konzentration des Freistaates und des Wissenschaftsministeriums darauf, ausgezeichnete Bedingungen für exzellente Wissenschaft zu ermöglichen, festigt nicht nur den Standort insgesamt. Sie zieht Drittmittel wie von der DFG an und verstärkt damit das vorhandene Forschungspotenzial.« DFG fördert neun neue Forschungsgruppen | DFG Hintergrund: In einer Forschungsgruppe bearbeiten mehrere herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam eine Aufgabe. Anders als etwa bei Sonderforschungsbereichen geht es dabei nicht um eine Schwerpunkt- und Strukturbildung an der antragstellenden Hochschule.
  • Zum Weltkindertag am 20. September 2026 ist in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek eine neue Ausstellung zu sehen: In der Galerie am Lesesaal (SLUB Zentralbibliothek, Zellescher Weg 18, 01069 Dresden, 2. UG) werden bis Ende März 2027 ausgewählte Werke aus der Kinderbuchsammlung der SLUB gezeigt. Anhand von Kinder- und Jugendbüchern aus mehr als 150 Jahren – von Wilhelm Busch und der Kaiserzeit über die DDR bis zur Gegenwart; vom Struwwelpeter über Försters Pucki bis zu Conni – reflektiert die Ausstellung, was diese Bücher über die Zeit erzählen, in der sie entstanden sind. Welches Bild von Kindheit entwerfen sie? Welche Erziehungsideale und Rollenbilder spiegeln sich darin, welche Ideologien sind eingeflossen? Die Ausstellung »Von Hans Huckebein bis Conni. Kinder- und Jugendliteratur im Wandel der Zeiten« kann zu den Öffnungszeiten in der SLUB Zentralbibliothek (September und März Montag bis Samstag 8-21 Uhr, Sonntag 10-18 Uhr; Oktober bis Februar Montag bis Samstag 8-23 Uhr, Sonntag 10-22 Uhr) besichtigt werden, der Eintritt ist frei. Ausstellung und Begleitprogramm sind in Kooperation mit den Städtischen Bibliotheken Dresden entstanden. Robert C. Schuppe, der die Ausstellung gemeinsam mit Ansgar Engels kuratiert hat und für die Kinderbuchsammlung an der SLUB verantwortlich ist, erläutert: »Kaum jemand kennt die Kinderbuchsammlung der SLUB, da sie als Forschungssammlung zumeist im Magazin schlummert. Wir möchten diesen bislang kaum erschlossenen Schatz für die Kinderbuchforschung bekannter machen. Denn Kinderbücher sind ein unterschätztes Medium. Ikonische Figuren wie der Struwwelpeter oder die Biene Maja prägen nicht nur unsere Kindheit, sondern sind zugleich Spiegel der Epoche, in der sie entstanden sind.« In verschiedenen Themenblöcken widmet sich die Ausstellung der Bedeutung von Illustrationen im Wandel der Zeit; Geschlechterrollen, der Darstellung der Fremde oder Zukunftsvisionen. Kindheitsgeschichten: Der 15-Minuten-Podcast zur Ausstellung Begleitend zur Ausstellung ist der Podcast Kindheitsgeschichten entstanden. Jede der 15-minütigen Folgen widmet sich einem Werk aus kultur- und literaturhistorischer Perspektive. In der ersten Folge zu »Försters Pucki« geht es um Geschlechterrollen in Magda Trotts Kinderbuch aus der Zeit des Nationalsozialismus. Es handelt von der vierjährigen Hedi, die lernen soll, ein Mädchen zu sein, obwohl sie lieber ein Junge wäre. In Folge zwei sprechen Robert Schuppe und Susann Trapp über Theodor Storms Kunstmärchen »Die Regentrude« – ein früher Klassiker, der bereits im 19. Jahrhundert fantasievoll von einer Welt erzählt, in der die Natur aus dem Gleichgewicht gerät. Hören kann man die Kindheitsgeschichten überall dort, wo es Podcasts gibt, alle bereits erschienenen Folgen sind auch unter www.slubdd.de/kinderbuchpodcast verlinkt. In den kommenden Wochen werden weitere Folgen veröffentlicht. Im Begleitprogramm zur Ausstellung gibt es neben Kuratorenführungen unter anderem einen Filmabend mit DEFA-Klassikern für Kinder (am 4.12.2026, Beginn 17:50 Uhr im Klemperer-Saal der SLUB Dresden) und eine Veranstaltung zum Thema »Vorlesen: Wie Geschichten Kinder prägen« im COSMO Wissenschaftsforum im Kulturpalast (am 5.11.2026, Beginn 18:30 Uhr).