Neues aus Sachsen
Aktuelle Meldungen des Medienservice Sachsen
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Tödlicher Verkehrsunfall mit Lkw
Verantwortlich: Tom Erik Richter Ort: Wiedemar, A9, Fahrtrichtung Berlin, zwischen Anschlussstelle Wiedemar und Autobahnkreuz Halle Zeit: 02.09.2026, 12:52 Uhr Am Mittwochmittag kam es auf der A9 zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen drei Lkw, bei dem ein Fahrer tödlich verletzt wurde. Bereits am Vormittag hatte es auf der A9 zwischen dem Kreuz Halle und Bitterfeld-Wolfen einen Verkehrsunfall gegeben, infolge dessen sich ein Rückstau bildete. Ersten Erkenntnissen zufolge kollidierte zwischen Wiedemar und dem Kreuz Halle ein Lkw mit einem am Stauende stehenden Lkw, wodurch sich die Fahrzeuge ineinander verkeilten. Dabei erlitt der Fahrer des auffahrenden Sattelzuges schwerste Verletzungen, denen er noch am Unfallort erlag. Die Polizei leitete ab dem Schkeuditzer Kreuz den Verkehr um. Im Rahmen des Einsatzes kamen mehrere Rettungshubschrauber und Rettungswagen sowie die Feuerwehr zum Einsatz. Die Verkehrspolizei wird bei der Unfallaufnahme durch einen Sachverständigen der DEKRA unterstützt. Die A9 wurde im Rahmen der Bergung und Unfallaufnahme, die sich noch bis in die Abendstunden hinziehen werden, in Richtung Berlin gesperrt. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern an, weitere Angaben sind derzeit nicht möglich. Autofahrer werden gebeten, ab dem Schkeuditzer Kreuz Alternativrouten zu nutzen. -
Zwei gestohlene Pkw gestoppt
Verantwortlich: Anja Leuschner (al) und Dario Irmscher (di) Zwei gestohlene Pkw gestoppt Sohland an der Spree, OT Pilzdörfel, B 98 Steinigtwolmsdorf 01.09.2026, 10:30 Uhr Am Dienstagvormittag ist es zu einer Verfolgungsfahrt von gleich mehreren Fahrzeugen gekommen. Bis dato Unbekannte stahlen in der Nacht zwei Audi A6 in Hofheim am Taunus in Hessen. Die Gemeinsame Fahndungsgruppe Dresden bemerkte die Fahrzeuge und nahm die Verfolgung auf. Ein Fahrzeug konnte bei Sohland an der Spree mit Hilfe eines StopSticks und weiterer Unterstützungskräfte angehalten werden. Der 30-jährige polnische Fahrer wurde vorläufig festgenommen. Der zweite Audi sollte in Sohland a. d. Spree angehalten werden. Er versuchte durch die Anhalteposten durchzubrechen und fuhr dabei auf einen Beamten der Bundespolizei zu. Dieser gab einen Schuss auf das Fahrzeug ab. Verletzt wurde niemand. In Steinigtwolmsdorf fuhr dann auch dieser A6 über einen StopStick. Der 19-jährige polnische Fahrer versuchte noch zu Fuß zu flüchten, wurde aber kurz darauf gestellt. Ein Drogentest reagierte auf mehrere Substanzen, weiterhin besitzt der Beschuldigte keine Fahrerlaubnis und die Kennzeichen am Audi waren gefälscht. Für beide Tatverdächtige ging es zunächst auf das Polizeirevier Bautzen und sie wurden polizeilich in Gewahrsam genommen. Die Haftrichtervorführung wird am heutigen Tag erfolgen. Aufgrund der Schussabgabe wurde ebenfalls ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. (al, di) Landkreis Bautzen Polizeireviere Bautzen/Kamenz/Hoyerswerda Fahrzeugführer unter Alkohol festgestellt Bautzen, Dresdener Straße 01.09.2026, 23:30 Uhr Kurz vor Mitternacht wurde am Dienstag der 65-jährige deutsche Fahrzeugführer mit seinem Alfa Romeo einer allgemeinen Verkehrskontrolle unterzogen. Ein bei ihm durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von umgerechnet 0,62 Promille. Da der Betroffene den für gewöhnlich in der Dienststelle erforderlichen gerichtsverwertbaren Test ablehnte, wurde bei ihm eine Blutentnahme angeordnet und durchgeführt. Die Weiterfahrt wurde untersagt. (di) Fahrer eines E-Scooter unter Einfluss von Cannabis Großröhrsdorf, Johann-Sebastian-Bach-Straße 01.09.2026, 23:30 Uhr Polizeibeamte vom Revier Kamenz unterzogen den Fahrer eines E-Scooters am späten Dienstagabend einer allgemeinen Verkehrskontrolle. Ein bei ihm durchgeführter Drogenschnelltest ergab, dass er zuvor Cannabis zu sich genommen haben muss. Dennoch am Straßenverkehr teilzunehmen, stellt eine Verkehrsordnungswidrigkeit dar. In einem Krankenhaus wurde eine Blutentnahme durchgeführt und die Weiterfahrt untersagt. Die Bußgeldstelle wird sich abschließend mit dem Sachverhalt befassen. (di) Landkreis Görlitz Polizeireviere Görlitz/Zittau-Oberland/Weißwasser Fahrraddieb auf frischer Tat gestellt Görlitz, Schützenweg, Höhe Stadtpark 01.09.2026, 06:30 Uhr Beamte vom Polizeirevier Görlitz führten bei einer Person, welche zuvor aus einem Hauseingang am Schützenweg trat und mit einem Fahrrad in Richtung Stadtpark fuhr, eine Kontrolle durch. Dabei stellten sie in dem mitgeführten Rucksack ein durchgeschnittenes Fahrradschloss fest. Zusätzlich wurde im Hinterhof der Hausanschrift ein nicht angeschlossenes E-Bike und mögliches Tatwerkzeug vorgefunden. Gegen den 35-jährigen deutschen Tatverdächtigen wurde eine Anzeige wegen des besonders schweren Falls des Diebstahls eröffnet. Der Stehlschaden wurde mit circa 600 Euro und der Sachschaden mit schätzungsweise 50 Euro beziffert. Das gestohlene Fahrrad und durchgeschnittene Fahrradschloss wurden sichergestellt. (di) Unfallflucht aufgeklärt Löbau, August-Förster-Straße 01.09.2026, 17:20 Uhr Das Polizeirevier Zittau-Oberland erhielt am Dienstagnachmittag die telefonische Mitteilung, dass ein bisher unbekannter Fahrer eines Skoda gegen den VW der Geschädigten gefahren und anschließend die Unfallstelle pflichtwidrig verlassen hatte. Dank einer Zeugin, welche sich die Kennzeichen gemerkt hatte, konnte die Halterin ermittelt und aufgesucht werden. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich bei dem Auto um das Unfallfahrzeug handelte. Der entstandene Sachschaden wurde mit etwa 1.200 Euro beziffert. (di) Streitigkeiten führen zu Polizeieinsatz Bad Muskau, Gablenzer Straße 01.09.2026, 21:55 Uhr Beamte des Polizeireviers Weißwasser wurden am späten Dienstagabend zu einem Sachverhalt gerufen, bei welchem eine Frau nicht die Wohnung des Mitteilers verlassen wollte. Als die Beamten sie aus den Räumlichkeiten begleiten wollten, trat sie gegen die Badezimmertür und verursachte dadurch Sachschaden. Anschließend leistete sie Widerstand, um sich gegen das Herausführen aus der Wohnung zu stemmen. Beamte wurden dabei nicht verletzt. Gegen die 48-jährige deutsche Tatverdächtige wird wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Widerstand ermittelt. (di) -
Presseeinladung: Tourismusministerin Barbara Klepsch überreicht Förderbescheid für den St. Ullrich Stolln in Marienberg
Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch überreicht an diesem Freitag (5. September 2026) einen Förderbescheid in Höhe von rund 139.000 Euro an den Bergknappschaft Marienberg e. V. Mit den Fördergeldern aus dem Programm Ganzjahrestourismus soll der historische Stolleneingang am Bergbauschacht St. Ullrich-Stolln erhalten und instandgesetzt werden. Damit wird ein bislang nur eingeschränkt wahrnehmbares Element der historischen Bergbauinfrastruktur gesichert, sichtbar gemacht und touristisch in Wert gesetzt. Ein historisches Zeugnis der Bergbaugeschichte im Erzgebirge wird künftig stärker für Besucherinnen und Besucher erlebbar. »Das Erzgebirge lebt von seiner einzigartigen Verbindung aus Natur, Kultur und jahrhundertealter Bergbaugeschichte. Gerade die authentischen Zeugnisse des Montanwesens machen die Region für Gäste besonders erlebbar. Mit der Instandsetzung des historischen Stolleneingangs bewahren wir nicht nur ein Stück sächsischer Geschichte, sondern machen dieses wertvolle kulturelle Erbe leicht zugänglich und für Besucherinnen und Besucher unmittelbar erlebbar. Touristische Angebote sind dann besonders stark, wenn sie Geschichte nicht nur erklären, sondern am authentischen Ort erfahrbar machen. Genau hier setzt das Vorhaben an. Die Aufwertung des Stolleneingangs verbindet Denkmal- und Kulturerhalt mit moderner touristischer Entwicklung und stärkt damit die Attraktivität der gesamten Region«, sagt die sächsische Tourismusministerin Barbara Klepsch. Der aufgewertete Standort kann künftig als Anlaufpunkt innerhalb der montanhistorischen Erlebnisangebote sowie der bestehenden Wander- und Themenrouten dienen. Besucherinnen und Besucher erhalten damit die Möglichkeit, die Geschichte des Bergbaus und die daraus entstandene Kulturlandschaft unmittelbar vor Ort zu entdecken. Das Vorhaben ergänzt die bereits bestehenden montantouristischen Angebote der Region und schafft ein ganzjährig nutzbares touristisches Angebot. Insbesondere die Verbindung mit den vorhandenen Wander- und Themenwegen eröffnet Potenziale, den Standort in bestehende Besucherrouten einzubinden und damit zusätzliche Aufmerksamkeit für das montanhistorische Erbe zu schaffen. Mit der touristischen Inwertsetzung des historischen Stolleneingangs soll zugleich die Aufenthaltsqualität für Gäste verbessert werden. Das Vorhaben leistet damit einen Beitrag zur Verlängerung der Aufenthaltsdauer und zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung, insbesondere im Bereich des Kultur- und Montantourismus. Als Bestandteil der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří steht das Projekt zugleich für den Anspruch, das außergewöhnliche montanhistorische Erbe der Region zu bewahren und für kommende Generationen zugänglich zu machen. Pressevertreter sind herzlich eingeladen zur Bescheidübergabe durch Staatsministerin Barbara Klepsch: Datum: Freitag, 4. September 2026 Uhrzeit: 12:00 Uhr Ort: Besucherbergwerk Pferdegöpel, Hauptstraße 12, 09496 Marienberg OT Lauta Über Ihr Kommen freuen wir uns! -
Kultusminister Clemens würdigt Verdienste von Bischof Heinrich Timmerevers
Bischof Heinrich Timmerevers hat heute seinen Rücktritt vom Bischofsamt bekanntgegeben. Als Bischof des Bistums Dresden-Meißen und auch als Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz hat Bischof Heinrich Timmerevers einen engen Bezug nicht nur zum Freistaat Sachsen, sondern auch zur Bildungspolitik. Mit seinem Einsatz für konfessionell-kooperativ erteilten Religionsunterricht und hybridem Unterricht KathReliOnline hat er entscheidend an der Weiterentwicklung des Religionsunterrichts in Sachsen mitgewirkt. Bischof Timmerevers hat mit seinem Fachwissen auch entscheidend dazu beigetragen, dass die Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Religions- und Ethikunterrichts novelliert werden konnte. Dieser Unterricht trägt maßgeblich zum Wertefundament von Kindern und Jugendlichen bei. Das Bistum Dresden-Meißen bereichert zudem mit Einrichtungen von der Grundschule über Gymnasien bis zu berufsbildenden Schulen, Förderschulen und Pflegefachschulen die sächsische Bildungslandschaft. Kultusminister Conrad Clemens: »Ich danke Bischof Timmerevers für die sehr gute Zusammenarbeit. Als Bischof des Bistums Dresden-Meißen war er für Bildungspolitik im Interesse der Kinder und Jugendlichen ein verlässlicher Partner. Vor wenigen Tagen haben wir gemeinsam das 30-jährige Bestehen des Staatskirchenvertrags zwischen dem Freistaat Sachsen und dem Heiligen Stuhl gewürdigt. Bischof Timmerevers hat die Ökumene und die Kooperation von Kirche und Staat in seinen 10 Dienstjahren in Sachsen aktiv geprägt. Dieser Partnerschaft bleiben wir verpflichtet.« -
Kulturministerin Klepsch besichtigt die Ausstellung »Verwobene Echos – Farben der Religionen« in der Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau
Kulturministerin Barbara Klepsch hat heute (2. September 2026) die Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau besucht, um die textile Installation »Verwobene Echos – Farben der Religionen« der Künstlerin Maja Gratzfeld im Vorfeld der Eröffnung zu besichtigen. »Hier in Crimmitschau treffen Industriekultur und jüdische Kultur aufeinander. Ein historischer Ort der sächsischen Textilindustrie wird zum Ausgangspunkt für eine neue Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte, Gegenwart und Kultur. Die Installation ‚Verwobene Echos‘ zeigt uns eindrucksvoll, was für ein Funke überspringt, wenn wir neue, überraschende Brücken schlagen. Genau diese unerwarteten Begegnungen und das gemeinsame Aufspüren von Lebensgeschichten machen für mich die ganz besondere Qualität unseres jüdischen Themenjahres aus«, so Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch über die Ausstellung. Die Veranstaltung bietet zudem eine gute Gelegenheit, ein Zwischenfazit des Jahres der jüdischen Kultur zu ziehen. »Dass wir mit unserem Themenjahr TACHELES einen echten Nerv getroffen haben, zeigt sich heute deutlicher denn je: Die Lust und das Interesse, mitzumachen und sich einzubringen, sind riesig. Bereits jetzt haben wir 853 Programmpunkte auf die Beine gestellt und bis zum Jahresende werden es weit über 1.000 sein. Es erfüllt mich mit großer Freude, dass sich insgesamt 93 sächsische Städte und Gemeinden beteiligen. Rund 300 Akteure füllen dieses Jahr mit viel Herzblut und Leben – von den großen Kultureinrichtungen bis hin zu den kleinsten lokalen Initiativen. Das zeigt doch ganz wunderbar: Jüdische Kultur wird in unserem Land überall mitgestaltet und ist in der Fläche angekommen«, so Barbara Klepsch weiter. Bei der Installation »Verwobene Echos – Farben der Religionen« der Künstlerin Maja Gratzfeld in der Tuchfabrik schaffen Stoffe, Farben, persönliche Objekte und Geschichten eine sinnlich erfahrbare Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Jüdische Textilgeschichte und Farbsymbolik treffen hier auf zeitgenössische Kunst. Durch das Zusammenspiel von textilem Handwerk, Fotografie, archivarischem Material und künstlerischer Inszenierung erschuf die Künstlerin mit unzähligen Stoffbahnen einen mehrdimensionalen Raum, in dem an das jüdische Leben in der Textilgeschichte Sachsens nicht nur erinnert wird, sondern dieses auch als lebendige und fortwirkende kulturelle Praxis erfahrbar ist. Ein Grundmotiv sind dabei Hände, die sowohl für das Beten als auch für Arbeiten eingesetzt werden. Gefördert wurde diese Installation durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung ist Kooperationspartnerin der erweiterten Ausstellung und verantwortlich für die Wanderausstellung »Sichtbare Vielfalt. Religionen in Sachsen.« Die Ausstellung wandert seit Juli 2024 durch ganz Sachsen und war bereits von tausenden Interessierten an 40 Orten zu sehen und macht die religiöse Vielfalt im Freistaat sichtbar. Religion erscheint in Sachsen häufig wenig präsent, doch leben hier viele Menschen unterschiedlichster religiöser Traditionen. Die Ausstellung zeigt diese Vielfalt anhand konkreter Biografien. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Nicht Religionen werden abstrakt erklärt, sondern Mitglieder der Religionsgemeinschaften erzählen selbst von ihrem Glauben und ihrem Alltag in Sachsen. Die Ausstellung vermittelt Wissen, ermöglicht Begegnung und regt zum Austausch an. Für die Tuchfabrik wurde sie um religiöse Kleidung erweitert, vom indischen Saree, ein Tallit aus Chemnitz bis zum Kreuzträgergewand aus der sorbischen Kultur. Gemeinsam mit der Installation von Maja Gratzfeld entsteht ein neuer Blick auf Religion, Farbe und Identität. Ort für diese Auseinandersetzung ist die Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau, ein Industriemuseum von europäischem Rang, das zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum gehört. Auf annähernd 9.000 qm ist die Zeit stehen geblieben und die historischen Maschinen bezeugen die Produktion von Wollstoffen im letzten Jahrhundert. Bei einem Rundgang mit Maschinenvorführung können Sie mit allen Sinnen die Entstehung eines Wollstoffs Schritt für Schritt erleben. Seit 2024 bietet die Dauerausstellung »Textil. Welt. Stadt Crimmitschau« ergänzend Einblicke in die Bandbreite textiler Techniken und Faserstoffe, die textile Kulturlandschaft in Mitteldeutschland sowie die Geschichte der Tuchfabrik Gebr. Pfau und Crimmitschaus. Oberbürgermeister André Raphael betont bei der Besichtigung die Bedeutung der Textilindustrie für die westsächsische Stadt:' »Crimmitschau ist auf das Engste mit der mitteldeutschen Textilgeschichte verwoben. Über 200 Jahre hinweg hat die Textilindustrie unserer Stadt Arbeit und Identität gebracht. Mit der Tuchfabrik Gebr. Pfau, die zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum gehört, hat die Stadt einen Ort, der die lokale und sächsische Textilgeschichte bewahrt und der in den letzten zehn Jahren weiterentwickelt wurde. Dass textiles Erbe nicht starr und abgeschlossen, sondern permanent in Bewegung ist und Menschen inspiriert, zeigt diese berührende Installation von Maja Gratzfeld in der Tuchfabrik.« Über die Genese der Zusammenarbeit erzählt Dr. Birthe Hemeier, Leiterin der Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau: »Die Gebäude und die erhaltenen Maschinen in der Tuchfabrik Gebr. Pfau erzählen von einer regionalen Industriegeschichte, aber auch von den Menschen, die hier gearbeitet haben. Die Verbindung zu Maja Gratzfeld entstand dann über die Vermittlung des Tacheles-Teams. Dadurch kam eine Perspektive von außen an diesen Ort, die für uns sehr interessant ist. Es ging von Anfang an nicht darum, die Geschichte der Tuchfabrik einfach zu illustrieren, sondern darum, zu sehen, was passiert, wenn eine zeitgenössische künstlerische Arbeit auf diesen historischen Ort trifft.« Die Künstlerin Maja Gratzfeld umreißt den Entstehungsprozess und die Intention der Installation: »Mich interessiert, was mit einem Bild geschieht, wenn es seinen ursprünglichen Zusammenhang und seine Funktion verliert. In ‚Verwobene Echos‘ übertrage ich Fotografien der Hände ehemaliger Textilarbeiterinnen auf Stoff und verbinde sie mit handgefärbten Textilien, die mit Pflanzenpigmenten hergestellt sind. Farbe wird dabei nicht nur als visuelle Qualität verstanden, sondern als Teil von Handlungen und Ritualen verschiedener Religionen. In der ehemaligen Tuchfabrik Gebr. Pfau treffen fotografisches Bild, textile Herstellung und religiös geprägte Farbpraxis aufeinander. Das Bild wird dabei aus seiner ursprünglichen Funktion herausgelöst und als Material weitergeführt.« Prof. Dr. Manuel Frey, der Stiftungsdirektor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, über die Unterstützung des Projektes durch die KdFS: In der historischen Tuchfabrik wird jüdische Textilgeschichte nicht nur erinnert, sondern durch zeitgenössische Kunst sinnlich erfahrbar und mit Fragen von Herkunft, Religion und Zugehörigkeit verknüpft. Solche neuen Perspektiven und Begegnungsräume unterstützen wir mit unserem Förderprogramm ‚Jüdisches Leben in Kunst und Kultur‘. Das Projekt ist eines von rund 150 Vorhaben, das die Kulturstiftung im Rahmen von TACHELES mit mehr als 1,4 Millionen Euro fördert.« Dr. Verena Böll, die Kuratorin der Ausstellung »Sichtbare Vielfalt. Religionen in Sachsen« zu der Präsentation im Foyer der Tuchfabrik: »Im Mittelpunkt der Ausstellung steht einfach der Mensch. Für religiöse Menschen ist Glaube grundlegend für ihre Identität und das soziale Miteinander. Die Methode der biografischen Begegnung informiert umfassend und ermöglicht einen leichten Zugang zu den Religionsgemeinschaften hier in Sachsen.« TACHELES 2026 ist das vom Freistaat Sachsen initiierte landesweite »Jahr der jüdischen Kultur.« Vom 14. Dezember 2025 bis zum 12. Dezember 2026 werden Projekte, Veranstaltungen und Ausstellungen in ganz Sachsen die vielfältige jüdische Kultur und Geschichte in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Landes einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Das Themenjahr wird vom Freistaat Sachsen unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWKT) getragen. Das Projektteam ist am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (kurz: smac) im ehemaligen Schocken-Kaufhaus angesiedelt, einem zentralen Ort jüdisch-sächsischer Geschichte. Es entwickelt in enger Absprache mit den Partnerinnen und Partnern, den Kulturschaffenden, wissenschaftlichen Institutionen, Netzwerken und dem Kuratorium das Programm für 2026, stimmt gemeinsam mit der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen Fördermöglichkeiten ab und vermarktet das Themenjahr. PRESSEKONTAKT smac/Tacheles Dr. Christian Landrock Mitarbeiter Presse/Öffentlichkeitsarbeit von TACHELES Sachsen 2026 Tel. +49 371 911999-85 Christian.Landrock@lfa.sachsen.de Weitere Information unter: https://tacheles.sachsen.de Ein ausführliches Interview mit Maja Gratzfeld und Dr. Birthe Hemeier finden Sie hier: https://tacheles.sachsen.de/tacheles-2026/newsblog/ein-gespraech-mit-maja-gratzfeld-und-dr-birthe-hemeier