Neues aus Sachsen

Aktuelle Meldungen des Medienservice Sachsen
  • Der taktile Rundgang für blinde und sehbehinderte Menschen ist nun komplett: Im smac – kurz für Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz – können ab jetzt nicht nur die archäologische Dauerausstellung, sondern auch die Ausstellungsbereiche zur Geschichte des Kaufhauses Schocken wahrgenommen werden. Der Rundgang umfasst ein taktiles Bodenleitsystem, einen Audioguide mit insgesamt 23 Hörstationen sowie 34 3D- und 2D-Tastobjekte. Objektkennungen und Hörstationsnummern sind sowohl in Profil- als auch Punkt-(Braille-)schrift ertastbar. Dr. Sabine Wolfram, Direktorin des smac: »Nur wenige Museen in Deutschland nehmen Barrierefreiheit und Inklusion so ernst wie wir im smac. Zusammen mit einer Prüfgruppe blinder und sehbehinderter Menschen haben wir den taktilen Rundgang entwickelt. Gemeinsam haben wir ausgewählt, welche Exponate als Tastobjekte umgesetzt werden. Auch haben wir uns beraten lassen, wie die Orientierung über den Audioguide erfolgen sollte. Begonnen haben wir mit der Umsetzung barrierefreier Maßnahmen im Jahr 2017 in unserer archäologischen Dauerausstellung. Sukzessive hat sich unser Angebot erweitert. Seit 2019 implementieren wir auch in nahezu jeder Sonderausstellung Texte in Gebärdensprache und Leichter Sprache und seit 2021 auch einen taktilen Rundgang. Unser Ziel, ein ‚Museum für Alle‘ zu sein, ist fast erreicht.« Der taktile Rundgang in den Erkerausstellungen Neben der Dauerausstellung zur Archäologie in Sachsen widmet das smac drei weitere Bereiche der bewegten deutsch-jüdischen Geschichte seines Museumsgebäudes, dem ehemaligen Kaufhaus Schocken. Da sich diese Bereiche hinter der Vorhangfassade entlang der Fensterbänder des Hauses befinden, bezeichnet das smac sie auch als Erkerausstellungen. Erich Mendelsohn in der 1. Etage Der berühmte Architekt entwarf und plante zwischen 1927 und 1929 das ikonische Kaufhaus in der Chemnitzer Innenstadt. Sieben der 17 Architekturmodelle stehen nun als 3D-Drucke auf angeschrägten Trägerplatten entlang des taktilen Bodenleitsystems, darunter der Einsteinturm in Potsdam, das 1960 abgerissene Schocken-Kaufhaus in Stuttgart und die Parksynagoge in Cleveland/Ohio. Sie illustrieren die künstlerische Entwicklung des Architekten. Neben dem Modell des Einsteinturms ertasten blinde und sehbehinderte Menschen auch eine Schellack-Schallplatte und das Reliefbild der Entwurfsskizze dieses Gebäudes. Der Audioguide erzählt zu dieser Station, dass Erich Mendelsohn bei der Arbeit gerne Kompositionen von Johann Sebastian Bach hörte, musikalisch wird dies unterlegt mit dessen Toccata D-Dur. Kaufhauskonzern Schocken in der 2. Etage Der Konzern mit Zentrale in Zwickau entwickelte sich von 1907 bis in die frühen 1930er Jahre zur viertgrößten Warenhauskette in Deutschland. Kennzeichnend für den Schocken-Konzern sind die modernen Ansätze der Personalführung, der Werbung und des Warensortiments. Zu ertasten sind hier unter anderem das Architekturmodell des Chemnitzer Kaufhauses Schocken und eines originalen Fenstergriffs sowie eine taktile Karte des Freistaats Sachsen, auf der die weiteren Schocken-Warenhäuser verortet sind. Die Welt des Personals veranschaulicht die reliefierte Umsetzung des Fotos eines Verkaufstresens mit Verkäuferin. Abschließend geht eine Taststation mit Logos auf den zum Teil erzwungenen Wechsel der Firmenzugehörigkeit des Unternehmens zur Merkur AG, Konsum, HO, Centrum Warenhaus, Kaufhof und schließlich zum smac ein. Abschließend geht eine Taststation mit Logos auf den politisch und geschichtlich bedingten Wechsel der Firmenzugehörigkeit des Unternehmens zur Merkur AG, Konsum, HO, Centrum Warenhaus, Kaufhof und schließlich zum smac ein. Salman Schocken in der 3. Etage Der Kaufmann und Mitbegründer des Schocken-Konzerns wird in diesem Ausstellungsbereich als leidenschaftlicher Sammler von Büchern und als Verleger deutscher und jüdischer Literatur vorgestellt. Ertastbar ist hier zum Beispiel die Unterschrift von Salman Schockens Lieblingsautor Johann Wolfgang von Goethe, seine Lebensstationen bis 1934 und eine Karte von Palästina, wohin er 1934 auswanderte. In Jerusalem ließ er von Erich Mendelsohn die Schocken Bibliothek erbauen, die als 3D-Druck im Rundgang integriert ist. In Palästina widmete sich Schocken explizit der Typografie. Er ließ die Schocken-Baruch-Schrift entwickeln, eine moderne hebräische Letter. Deren Design kann am Ende des Ausstellungsbereichs ertastet werden. Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen Ab seinen beiden Eingängen ist das smac vollumfänglich mit einem taktilen Bodenleitsystem versehen. Es führt zur Kasse, wo man seinen Audioguide erhält, dann zu den Fahrstühlen, zu taktilen Übersichtsplänen und von dort aus durch die Ausstellungen. Abzweig- und Aufmerksamkeitsfelder mit dichten Noppen im Bodenleitsystem zeigen einen Richtungswechsel an und machen auf Taststationen aufmerksam. Die speziellen Audioguidegeräte – sogenannte Simple-Guides – haben mittig im Nummernfeld einen Orientierungsnoppen, der die Eingabe der Stationsnummern erleichtert. Die Hörspur erläutert nicht nur stimmungsvoll mit Zitaten und untermalender Musik die Ausstellung, sondern gibt auch Hinweise zur Laufrichtung und zur Anzahl der Taststationen.
  • Die Sächsische Innovationskonferenz hat heute, 17. Juni, in der Dresdner Messe unter dem Motto »Next Level Transformation« über 1.500 Akteure der sächsischen Innovations- und Gründerlandschaft zusammengebracht. Höhepunkt war die Verleihung des Sächsischen Staatspreises für Gründen in den Kategorien Newcomer, Start-up und Scale-up. Wirtschaftsminister Dirk Panter überreichte den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern die Auszeichnung und würdigte deren Leistung für den Wirtschaftsstandort Sachsen. Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Innovation entsteht dort, wo Menschen den Mut haben, neue Ideen in konkrete Lösungen zu übersetzen. Genau diese Gründerinnen und Gründer brauchen wir für die Zukunft in unserem Land. Unsere Gründerpreisverleihung zeigt eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft, Unternehmergeist und technologisches Know-how in Sachsen steckt. Der Staatspreis macht Erfolgsgeschichten sichtbar und zeigt, wie sich der Freistaat künftig entwickeln kann.« Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) richtete futureSAX, die Innovationsplattform des Freistaates Sachsen, den Wettbewerb um den Sächsischen Gründerpreis auch in diesem Jahr aus. Mit dem Preis würdigt der Freistaat jährlich die besten innovativen Geschäftsideen und Gründungskonzepte. In der neuen Kategorie »Scaleups« erhielten erstmals auch junge Unternehmen, die bereits erfolgreich wachsen, eine Bühne. In der ersten Wertungsrunde wählte die Fachjury aus den 116 innovativen Bewerbungen 9 für die zweite Wertungsrunde aus. Dort durften die Teams ihr Geschäftskonzept vor einer Jury pitchen und ihre Fragen beantworten. Damit fand der diesjährige Gründerwettbewerb auf der Dresdner Messe heute seinen krönenden Abschluss. Neben dem Zugang zum futureSAX-Netzwerk mit über 12.000 Kontakten aus Wissenschaft und Wirtschaft lockte ein Preisgeld von insgesamt bis zu 30.000 Euro sowie eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit auf die Prämierten. »Die Preisträgerinnen und Preisträger des Sächsischen Gründerpreises stehen stellvertretend für eine Gründungsszene, die mit Kreativität, technologischem Know-how und großem unternehmerischem Engagement die Zukunft gestaltet. Besonders beeindruckend ist die Qualität und Vielfalt der Geschäftsideen – von wissenschaftsbasierten DeepTech-Innovationen bis hin zu praxisnahen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Die zahlreichen Bewerbungen zeigen, dass Sachsen hervorragende Voraussetzungen für innovative Gründungen bietet. Den Preisträgerinnen und Preisträgern gratuliere ich ganz herzlich und wünsche ihnen für ihren weiteren Weg viel Erfolg«, sagt Susanne Stump, Geschäftsführerin der futureSAX GmbH. Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Der Sächsische Gründerpreis ist weit mehr als eine Auszeichnung. Jede Gründung erfordert Einsatz, Ausdauer und die Bereitschaft, neue – manchmal auch schwierige - Wege zu gehen. Dieses Engagement verdient große Anerkennung. Der Preis ebnet für sächsische Start-Ups nun den Weg in ein großes Netzwerk. Er ist mehr als nur ein Preisgeld. Es ist der Beginn einer gemeinsamen Reise mit einem unterstützenden Ökösystem. Unser Ziel ist klar: Gute Ideen sollen in Sachsen entstehen, wachsen und langfristig Erfolg bringen.« »Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger, aber auch alle Nominierten und Teilnehmenden des Wettbewerbs zeigen eindrucksvoll, dass Sachsen in wichtigen Zukunftsfeldern vorne mitspielt – von Life Sciences und Medizintechnik über neue Materialien bis hin zu DeepTech-Innovationen. Sie entwickeln Lösungen für die Herausforderungen von morgen, schaffen Wertschöpfung und erschließen neue Märkte. Die Gründerinnen und Gründer stehen für einen zukuntsfähigen und innovativen Wirtschaftsstandort Sachsen. Ich gratuliere allen Ausgezeichneten herzlich und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg«, so Dirk Panter abschließend. Preisträgerinnen und Preisträger des 26. Sächsischen Gründerpreises Kategorie: Start-up des Jahres Meliodays Medical GmbH Die Meliodays Medical GmbH entwickelt mit MelioOne eine neuartige, lokal wirkende und hormonfreie Therapie zur Behandlung von Menstruationsschmerzen. Das Unternehmen verfolgt einen innovativen Ansatz, bei dem ein Wirkstoff direkt in der Gebärmutter freigesetzt wird und somit gezielt am Entstehungsort der Schmerzen wirken soll. Ziel ist es, Betroffenen eine langfristige Behandlungsoption zu bieten, die ohne hormonelle Eingriffe auskommt und die Belastung durch wiederkehrende Schmerzen reduziert. Mit ihrer Technologie adressiert Meliodays einen bislang nur unzureichend versorgten Bereich der Frauengesundheit und entwickelt eine Lösung für Millionen von Menschen, deren Alltag durch starke Menstruationsbeschwerden eingeschränkt wird. Das Startup verbindet medizinische Forschung, pharmazeutische Entwicklung und einen klaren gesellschaftlichen Nutzen, um neue Standards in der Behandlung von Menstruationsschmerzen zu schaffen. Kategorie: Scale-up des Jahres DEMECAN GmbH Die DEMECAN GmbH produziert in Sachsen medizinisches Cannabis in pharmazeutischer Qualität und trägt damit zu einer unabhängigen und verlässlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland bei. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – vom kontrollierten Anbau über die pharmazeutische Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an Apotheken. In hochmodernen Produktionsanlagen in Ebersbach bei Dresden werden die Pflanzen unter streng kontrollierten Bedingungen kultiviert und nach den Anforderungen der Arzneimittelherstellung verarbeitet. Mit seinem integrierten Ansatz verbindet DEMECAN moderne Produktionstechnologien, hohe Qualitätsstandards und pharmazeutische Expertise. Das Unternehmen hat sich damit als wichtiger Akteur in einem wachsenden Gesundheitsmarkt etabliert und stärkt zugleich Sachsen als Standort für innovative Biotechnologie- und Gesundheitswirtschaft. Kategorie: Newcomer des Jahres Oxaphil GmbH Die Oxaphil GmbH entwickelt und produziert Poly(2-oxazoline) (POx), eine neuartige Klasse funktionaler Polymere für Anwendungen in der Pharma- und Kosmetikindustrie. Die Materialien werden als Lösungsvermittler eingesetzt und helfen dabei, schwer lösliche Wirk- und Inhaltsstoffe besser in Formulierungen einzubinden. Dadurch können Stabilität, Verarbeitbarkeit und Leistungsfähigkeit von Produkten verbessert werden. Mit ihrer Technologie bietet Oxaphil eine innovative Alternative zu etablierten Lösungen und adressiert zentrale Herausforderungen moderner Formulierungen. Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Entwicklung entstanden an der Technischen Universität Dresden und werden nun in marktfähige Anwendungen überführt. Damit verbindet das Unternehmen Spitzenforschung mit konkretem Nutzen für Industrie und Anwender. Hinweis für die Redaktionen: Bildmaterial von der Preisverleihung steht Ihnen unter dem folgendem Link zur Verfügung. Sie können die Bilder gerne frei für Ihre Berichterstattung nutzen. Bildnachweis: "Bild: SMWA"
  • Unter dem Motto »Vernetzung für optimale Großschadensbewältigung – Alle ziehen an einem Strang« kam das Netzwerk der Sächsischen Opferbeauftragten am 17. Juni 2026 zu seinem jährlichen Treffen zusammen. Ziel dieses Netzwerktreffens war es, die Rolle der Kommunen bei der Bewältigung größerer Schadenereignisse in den Fokus zu nehmen, erfolgreiche Praxisbeispiele vorzustellen und konkrete Handlungsstrategien für eine koordinierte psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) sowie eine nachhaltige Versorgung und Unterstützung von Betroffenen darzustellen. Dazu wurden Strategien der kommunalen Prävention, Frühwarnsysteme und Krisenmanagement, die Zusammenarbeit mit Bund, Ländern, Hilfsorganisationen und der Polizei, der Aufbau verlässlicher Unterstützungsstrukturen für Opfer und Betroffene vor Ort an folgenden Beispielen beleuchtet: • das Anschlagsereignis in Hanau und seine Folgen – Erkenntnisse aus der kommunale Praxis • Best-Practice-Beispiel »Koordinierung der PSNV in der Stadt Leipzig bei größeren Schadensereignissen« – Amokfahrt am 4. Mai 2026 • Best-Practice-Beispiel »Bewältigung von Bedrohungslagen in Schulen durch die Stadt Plauen« In der Podiumsdiskussion unter dem Motto: »In Krisen Köpfe kennen – gelebte Vernetzung in den Regionen« wurden vergangene Praxisformate vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert: Welche Ergebnisse brachten die fünf Regionalen Vernetzungstreffen? Welche Ansätze, Strukturen und Standards haben sich bewährt? Was kann man noch besser machen? Teilnehmende kamen aus Kommunalverwaltungen, Katastrophenschutz, Polizei, Gesundheitswesen, Sozialverbänden und Betroffenenvertretungen Nach siebenjähriger Amtszeit verabschieden Ministerpräsident Michael Kretschmer, Sozialministerin Petra Köpping, Ulf Bandiko (Amtschef im Sächsischen Staatsministerium des Innern) sowie weitere Repräsentanten der im Netzwerk vertretenen Institutionen die Sächsische Opferbeauftragte Iris Kloppich und dankten ihr für ihre herausragende Arbeit und ihren persönlichen Einsatz für Opfer und Betroffene schwerer Gewalttaten und Großschadensereignisse. Besondere Anerkennung verdient ihre kontinuierliche Arbeit zur Stärkung der Unterstützungsketten und der Vernetzung regionaler Akteurinnen und Akteure.
  • Für alle Bauherren, Wohnungseigentümer, Wohnungsverwaltungen, Handwerker, Makler oder Energieberater geht die Veranstaltungsreihe »Gebäude zukunftsfähig Bauen und Sanieren« am 24.06.2026 um 17 Uhr in die nächste Runde. Die Online-Veranstaltung der Sächsischen Energieagentur – SAENA GmbH widmet sich dem Thema Wärmedämmmaß-nahmen. Im Rahmen dieses interaktiven Online-Seminars werden folgende zentrale Fragen beantwortet: * Wie gehen Gebäudeeigentümer sinnvoll und zielführend an Wärmedämmmaßnahmen heran? * Wie hilft die neue Broschüre »Gebäudedämmung - Baustoffe mit Potenzial« bei der Auswahl geeigneter Dämmstoffe? (unten verlinkt) * Welche Fördermittel und Beratungsmöglichkeiten gibt es? Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, ihre eigenen Fragen im Chat und live einzubringen, sodass eine aktive und individuelle Auseinandersetzung mit den Themen garantiert ist. Die Teilnahme an dem Online-Seminar ist kostenlos, aber es ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen sowie die Anmeldemöglichkeit finden Sie im Veranstaltungskalender der SAENA (rechts verlinkt). Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer und einen spannenden Austausch! Über die Sächsische Energieagentur Die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH ist das unabhängige Beratungs-, Informations-, und Kompetenzzentrum zu den Themen erneuerbare Energien, zukunftsfähige Energieversorgung, Energieeffizienz und effiziente Mobilität. Gesellschafter sind der Freistaat Sachsen und die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB). Sie dient als sachsenweite Anlaufstelle für alle handelnden Personen und Institutionen im Bereich Energie und Klimaschutz. Ansprechpartner: Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH Stefan Vetter Telefon: 0351 4910-3183 E-Mail: stefan.vetter@saena.de Pressekontakt: Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH Sabina Bidder Telefon: 0351 4910-3185 E-Mail: sabina.bidder@saena.de * Hinweis zur sprachlichen Gleichstellung Aus Gründen der besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit wird auf die Anwendung der geschlechtergerechten Sprache verzichtet. Personen- und Funktionsbezeichnungen gelten für alle Geschlechtsidentitäten
  • Im Rahmen eines Netzwerktreffens der Sächsischen Opferbeauftragten heute in Dresden wurde die seit Juni 2019 berufene Beauftragte, Iris Kloppich (73), in den Ruhestand verabschiedet. Zum Abschied würdigen Sozialministerin Petra Köpping, in deren Haus die Geschäftsstelle der Opferbeauftragten angesiedelt ist, sowie Ministerpräsident Michael Kretschmer ihre Arbeit. Iris Kloppich arbeitete seit Juni 2019 ehrenamtlich als Opferbeauftragte und war zentrale Ansprechpartnerin für Betroffene von terroristischen und extremistischen Straftaten sowie von großen Schadensereignissen in Sachsen. Dazu zählen beispielsweise die islamistisch motivierte Messerattacke am 4. Oktober 2020 in Dresden, bei der ein Mensch getötet wurde, die Amoktat am Schulzentrum in Bischofswerda am 23. August 2023 mit einem schwerverletzten Schüler, der Riesenrad-Brand beim Highfield-Festival in Großpösna am 17. August 2024 oder die Amokfahrt in Leipzig am 4. Mai 2026 mit 2 Toten. Sozialministerin Petra Köpping: »Ich danke Iris Kloppich für ihren herausragenden Einsatz für Opfer und Betroffene schwerer Gewalttaten. Als Ansprechpartnerin und Vermittlerin hat sie vielen Menschen in bedrückender Lage dabei geholfen, Hilfe und Unterstützung zu finden. Sie war Wegweiserin und Brückenbauerin, gab Orientierung und spendete Trost. Dank ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem Gespür konnte sie Menschen dort erreichen, wo es Worte manchmal schwer haben. Ich wünsche Iris Kloppich alles Gute für ihren neuen Lebensabschnitt, vor allem viel Gesundheit und zahlreiche schöne Momente.« Ministerpräsident Michael Kretschmer: »Mein herzlicher Dank gilt Iris Kloppich für ihren außergewöhnlichen Einsatz als Opferbeauftragte. Sie hat diese Aufgabe in den vergangenen sieben Jahren mit großem Engagement und viel Einfühlungsvermögen ausgefüllt. Als wir das Ehrenamt der Opferbeauftragten 2019 geschaffen haben, waren wir uns in der Staatsregierung einig: Es braucht dafür eine Persönlichkeit mit positiver Energie, die Menschen zusammenbringt und der Betroffene gerade in ihren schwersten Stunden vertrauen können. In Iris Kloppich haben wir die ideale Besetzung gefunden. Gerade die schrecklichen Ereignisse in Leipzig und Görlitz in den vergangenen Wochen haben erneut gezeigt, wie wichtig die Arbeit der Opferbeauftragten ist. Ich wünsche Iris Kloppich von Herzen alles Gute und freue mich, wenn sie ihre Erfahrung und Menschlichkeit auch weiterhin in Sachsen einbringt.« Die Opferbeauftragte hörte den Betroffenen zu, unterstützte Hinterbliebene teils über Jahre, stellte Informationen zur Verfügung und lotste sie an die jeweils zuständige Behörde oder Unterstützungseinrichtung in Sachsen. Iris Kloppich arbeitete in einem Netzwerk von haupt- und ehrenamtlichen Akteuren, die Opfer sozial, medizinisch, rechtlich und finanziell unterstützen. Dazu zählte zum Beispiel eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Polizei, Staatsanwaltschaft und dem Traumanetz Seelische Gesundheit Sachsen bzw. dem Kompetenzzentrum Traumaambulanzen in Sachsen. Darüber hinaus tauschte sie sich fachlich mit den Opferbeauftragten der Länder und dem Bundesopferbeauftragten aus und informierte z.B. mit einer Wanderausstellung über die Opferhilfestrukturen im Freistaat Sachsen. Iris Kloppich war von 2010 an bis 2017 Vorsitzende des DGB Sachsen. Außerdem übte sie verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten aus, unter anderem stand sie an der Spitze des Verwaltungsrates der AOK Plus. Im Juni 2019 wurde sie zur ersten Opferbeauftragten der Sächsischen Staatsregierung berufen. Ihre Wiederberufung durch das Sächsische Kabinett erfolgte im 2-Jahres-Rhythmus.