News der BÄK

RSS-Feed der Bundesärztekammer
  1.  

     

     

    Berlin - Für die Einführung von Gesundheits-Apps in die Patientenversorgung sind geregelte Verfahren und klare Anforderungskataloge dringend notwendig. In der dafür erstellten Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums fehle jedoch eine Konkretisierung der vom Hersteller digitaler Gesundheitsanwendungen beizubringenden Nachweise von positiven Versorgungseffekten, kritisierte die Bundesärztekammer (BÄK) in ihrer schriftlichen Stellungnahme zu dem Entwurf der „Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung.

    Laut dem Entwurf der Verordnung soll zunächst das Bundesamt für Arzneimittel und Me­dizinprodukte (BfArM), welches künftig für die Zulassung der Digitalen Anwendungen in der Versorgung zuständig sein wird, einen Leitfaden entwickeln, in dem speziell die An­forderungen an den Nachweis der Evidenz dargelegt werden. Die BÄK fordert, dass dies nicht nur an das Amt delegiert werden dürfe, sondern bei der Entwicklung des Leitfadens auch die Verbände aus der Ärzteschaft einbezogen werden müssten.

    In ihrer schriftlichen Stellungnahme zu dem Verordnungsentwurf geht die Bundesärztekammer auch auf die geplanten Regelungen zum Nachweis der Datensicherheit, des Datenschutzes sowie zur Funkti­ons­fähigkeit und Qualität von Gesundheits-Apps ein. Die BÄK bemängelt, dass lediglich die Vorlage von Herstellererklärungen zur Einhaltung der Vorgaben vorgesehen sei. „Dies schadet dem notwendigen Vertrauen von Patienten und Ärzten in digitale Gesundheitsanwendungen“, heißt es in der Stellungnahme. Auch die in jüngster Zeit bekannt gewordenen Verstöße gegen Datenschutzanforderungen bei digitalen Gesundheitsanwendungen zeigten die Notwendigkeit externer Überprüfung der zugesicherten Datenschutzeigenschaften.

    Stellungnahme der Bundesärztekammer zur Verordnung über das Verfahren und die Anforderungen der Prüfung der Erstattungsfähigkeit digitaler Gesundheitsanwendungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung – DiGAV)

     

  2.  

     

     

    Berlin - „Die von der Bundesregierung geplante Strafrechtsverschärfung für Gewalt und Pöbeleien gegen Ärzte und anderes medizinisches Personal ist gut und richtig. Sie kann abschreckend wirken und trägt mit dazu bei, Gewalt gegen Retter und Helfer gesellschaftlich zu ächten.“ Mit diesen Worten kommentierte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt den Kabinettsbeschluss eines Gesetzes zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität. Das Gesetz soll auch den bestehenden Paragrafen 115 Absatz 3 Strafgesetzbuch (StGB) erweitern, der bislang Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst einschloss, aber Ärzte und Pflegekräfte im Einsatz nicht explizit erwähnte. Bei Straftaten ist in schweren Fällen künftig eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren möglich. 

    „Wir nehmen deutlich wahr, dass die Aggressivität gegen Ärzte und andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen seit Jahren zunimmt. Auf den Straßen werden Notärzte und Rettungssanitäter angegriffen. In den Notfallambulanzen passiert es immer wieder, dass Patienten wegen langer Wartezeiten aggressiv werden“, so Reinhardt. In diesem Zusammenhang verwies er auf eine Vielzahl von Beratungs- und Fortbildungsangeboten der Ärztekammern für Ärztinnen und Ärzte sowie für medizinische Fachangestellte. „Es ist gut, dass unsere Bemühungen nun von Seiten des Gesetzgebers flankiert werden sollen“, sagte der BÄK-Präsident. 

    Darüber hinaus seien Aufklärungskampagnen notwendig, die verdeutlichen, dass die Sicherheit von Ärzten und anderen Angehörigen von Gesundheitsberufen unverzichtbare Voraussetzung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist. Reinhardt: „Jeder Einzelne ist gefordert, jeglicher Form von verbaler oder körperlicher Gewalt in Praxen, Rettungsambulanzen oder im öffentlichen Raum entgegenzutreten, soweit es die eigene Sicherheit zulässt.“ 

     

  3.  

     

     

    Berlin - Zu der von der Bertelsmann-Stiftung vorgelegten Studie zur Risikoverteilung im dualen Krankenversicherungssystem erklärt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt:

    „Die Auftragsarbeit der Bertelsmann-Stiftung ist ein Griff in die ideologische Mottenkiste und wurde offenbar in Unkenntnis des jüngsten Gutachtens der Wissenschaftlichen Kommission für ein modernes Vergütungssystem der Bundesregierung (KOMV) verfasst. Die KOMV hatte einer Vereinheitlichung der Systeme einstimmig eine Absage erteilt. Stattdessen spricht sie sich für den Erhalt des dualen Krankenversicherungssystems sowie für Reformen bei Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) aus. Die Bertelsmann-Stiftung sollte sich an der Diskussion über praxistaugliche Lösungen beteiligen, statt ideologisch motivierte Debatten von vorgestern zu führen.

    Die Autoren der Bertelsmann-Studie selbst räumen ein, dass ihrer zentralen These ein nicht „realistisches, umsetzungsnahes Szenario“ zugrunde liegt. Konkret geht es um die Aussage, gesetzlich Versicherte würden um 145 Euro pro Jahr entlastet, wenn alle jetzt PKV-Versicherten Mitglieder in der GKV würden. Das sind mehr als zweifelhafte Zahlenspielereien, mit denen erneuet Forderungen nach der Einführung einer Einheitsversicherung auf die politische Agenda gedrückt werden sollen.

    Es wird unterstellt, alle knapp neun Millionen Privatversicherten könnten in ihrer Gesamtheit ad hoc in die GKV überführt werden, was allein rechtlich nicht möglich wäre. Gar nicht thematisiert werden die über viele Jahre aufgebauten Alterungsrückstellungen der Privatversicherten, die bei einem solchen Szenario komplett entfallen würden. Man kommt auch nur dann auf die genannte Ersparnis, wenn der Mehrumsatz, den Ärzte durch PKV-Versicherte erzielen und der für die Finanzierung des Praxisbetriebs und des Praxispersonals unentbehrlich ist, ersatzlos entfallen würde.

    Leider aber bleiben in der Studie solche wichtigen Aspekte der Patientenversorgung komplett außen vor. In den Niederlanden oder in Großbritannien sehen wir, dass Einheitssysteme zu Rationierung, Wartezeiten und Begrenzungen in den Leistungskatalogen führen. Hinzu kommt, dass die Private Krankenversicherung die rasche Übernahme des medizinischen Fortschritts für alle Patienten ermöglicht. Denn die Existenz der PKV führt mit einem hohen Leistungsversprechen dazu, dass trotz aller Sparbemühungen auch das GKV-System versucht, einen hohen Versorgungsstandard zu erreichen. In der Einheitsversicherung hingegen, sichern sich diejenigen, die es sich leisten können, einen exklusiven Zugang zur Spitzenmedizin als Selbstzahler oder durch teure Zusatzversicherungen. Diese Einschätzung teilt auch die Wissenschaftliche Kommission der Bundesregierung für ein modernes Vergütungssystem. Mit Blick auf ein Einheitssystem warnt sie in ihrem Gutachten vor der Bildung eines Sekundärmarktes, auf dem Patienten mit entsprechender Zahlungsbereitschaft ärztliche Leistungen zu höheren Preisen kaufen können. Damit wäre die Einheitsversicherung, anders als behauptet, keine gerechtere Alternative zum dualen Krankenversicherungssystem, sondern Wegbereiter für eine echte Zwei-Klassenmedizin in Deutschland.“

     

     

     

  4.  

    Münster - „Die ausländischen Kolleginnen und Kollegen leisten in unserem Land einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherstellung der ambulanten und stationären Patientenversorgung, dies insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden Ärztemangels...

     

    Münster - „Die ausländischen Kolleginnen und Kollegen leisten in unserem Land einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherstellung der ambulanten und stationären Patientenversorgung, dies insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden Ärztemangels und der fehlenden Medizin-Studienplätze.“ Ohne zugewanderte Ärztinnen und Ärzte sei insbesondere die stationäre Versorgung schon jetzt nicht mehr überall zu gewährleisten, erklärt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Hans-Albert Gehle, nach einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages zum Thema der fachlichen und sprachlichen Anforderungen bei der Integration ausländischer Ärzte in das deutsche Gesundheitswesen. 
     
    Wie die ÄKWL mitteilt, hat Westfalen-Lippe im Landesvergleich den zweithöchsten Anteil von zugewanderten Ärzten innerhalb Deutschlands. So besitzen aktuell 18 Prozent aller berufstätigen Ärzte eine ausländische Staatsangehörigkeit, bei den stationär tätigen Ärzten allein sind es 28 Prozent. Deshalb kommt laut Gehle der Anerkennung der Berufsqualifikationen ausländischer Ärzte eine große Bedeutung zu. „Die interkulturellen Herausforderungen im Gesundheitswesen sind gewachsen. Aber wir profitieren hier auch von der interkulturellen Kompetenz der zugewanderten Ärzte. Voraussetzung sind natürlich eine gleichwertige Fach- und eine hohe Sprachkompetenz, die für die Patientensicherheit sowie die kompetente Zusammenarbeit der Ärzte untereinander unabdingbar sind. Nur so kann die berufliche und auch soziale Integration der Kollegen aus dem Ausland gelingen.“ 
     
    Neben einer Gleichwertigkeitsprüfung der ausländischen ärztlichen Berufsabschlüsse durch die jeweiligen Bezirksregierungen obliegt die Überprüfung der fachsprachlichen Qualifikationen den Ärztekammern. Die ÄKWL hat seit 2014 insgesamt über 5750 Fachsprachenprüfungen abgenommen und hält es für notwendig, die Fachsprachenprüfungen in allen Bundesländern auf die Ärztekammern zu übertragen sowie die Prüfungsniveaus und –inhalte bundesweit zu vereinheitlichen. Es gelte, einem Prüfungstourismus zur Umgehung der notwendigen Standards entgegenzuwirken. 
     
    Kammerpräsident Gehle spricht sich dafür aus, Krankenhäuser mit überdurchschnittlich hohem Qualifizierungs- und Integrationsbedarf finanziell besonders zu fördern. Die Integrationsanforderungen würden bisher nicht regelhaft ausgeglichen, denn die fallpauschalierenden Entgelte seien unabhängig vom jeweiligen Integrationsaufwand für alle Kliniken gleich. „Überdurchschnittlich stark sind dabei Krankenhäuser in ländlichen Regionen betroffen oder in Regionen, die weit vom Standort einer medizinischen Fakultät entfernt sind.“ 
     
    Gehle abschließend: „Die Interkulturalität derjenigen, die im Gesundheitswesen tätig sind, muss als Chance auf dem Weg zu einer kultursensibleren Versorgung begriffen werden. Der Ausbau entsprechender Angebote in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung sollte weiter gefördert werden. Dies gilt auch für alle anderen Gesundheitsfachberufe.“

     

    www.aekwl.de

     

  5.  

    Dresden - Wenn Babys oft schreien, dann können Eltern schon mal die Nerven verlieren. Leider kommt es dann immer wieder vor, dass Babys geschüttelt werden. Dadurch kann es zu einem sogenannten Schütteltrauma kommen, an denen 10-30 Prozent...

     

    Dresden - Wenn Babys oft schreien, dann können Eltern schon mal die Nerven verlieren. Leider kommt es dann immer wieder vor, dass Babys geschüttelt werden. Dadurch kann es zu einem sogenannten Schütteltrauma kommen, an denen 10-30 Prozent der betroffenen Babys sterben. Um das zu vermeiden erscheint seit 2016 ein Aufklärungsflyer für Eltern. 
     
    Dieses Informationsfaltblatt wurde jetzt in Kooperation mit dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) vom Bundesministerium für gesundheitliche Aufklärung (BZfgA) aktualisiert. Auf diesem Flyer befinden sich rückseitig Erläuterungen, warum Babys manchmal öfter schreien, wie Eltern reagieren und was sie tun können oder wo sie sächsische Informations- und Beratungsstellen finden, die Hilfe und Unterstützung anbieten. Zugleich bietet es Tipps, wie Eltern aus einer Stresssituation herauskommen. 
     
    Durch die Dresdner Druckerei Poly-Druck Dresden GmbH, welche die gelben Früherkennungsuntersuchungshefte für ganz Deutschland druckt, wird das Faltblatt jetzt unentgeltlich in jedes gelbe U-Untersuchungsheft eingelegt und sachsenweit verteilt.
     
    Die aktuelle Version des Informationsfaltblattes finden Sie in der Anlage oder im Internet:

    kinderschutzmedizin-sachsen.de/wp-content/uploads/2020/02/NZFH_Schuetteltrauma_Dresden_Druckdaten.pdf

    www.slaek.de

     

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.