Auszeichnungsveranstaltung des Sächsischen Staatsministeriums und der DSO

Im Rahmen des Tages der Organspende fand im sächsischen Erlabrunn eine besondere Veranstaltung statt.
Die Kliniken Erlabrunn gGmbH wurden vom Sächsischen Staatsministerium für Gesundheit für Ihre vorbildliche und wegweisende Umsetzung des Transplantationsgesetzes ausgezeichnet.
Durch das Programm führte Judith Costede, Referatsleiterin im sächsischen Ministerium. Gemeinsam mit Frau Dr. Wachsmuth, geschäftsführende Ärztin der DSO in der Region Ost, konnte sie zahlreiche Gäste begrüßen:

Frau Dr. Wachsmuth betonte in ihrer Begrüßungsrede, daß Organspende in den Kliniken passiert. Deshalb sind neben vielen anderen vor allem die Kliniken Partner, wenn es um dieses Thema geht. Sie bedankte sich bei der Klinikenleitung für ihre Bereitschaft, für die schnelle Umsetzung des Transplantationgesetzes zu sorgen und
bei allen Kliniksmitarbeitern, die gegebenenfalls in den Prozess der Organspende involviert sind, für ihre Arbeit.
Sie vergegenwärtigte den bei der Veranstaltung Anwesenden, dass sich momentan ca. 14.000 Patienten namentlich auf der Warteliste befinden. Die Wartezeit auf ein Nierentransplantat beträgt jedoch durchschnittlich 6 Jahre.

Viele Kriterien müssen von einer Klinik erfüllt worden sein, um für eine solche Auszeichnung in Betracht zu kommen:
Vornehmlich geht es nicht darum, möglichst viele Organspender zu melden, sondern darum, administrative und verfahrenstechnische Belange zu regeln.
Unter anderem waren die Kliniken Erlabrunn die ersten in Sachsen, die u.a. bereits 1999 Weiterbildungen zum Thema Organspenden veranstalteten. Gemeinsam mit Herrn Weißkirchen, einem der Koordinatoren der DSO - Region Ost, erarbeiteten die Kliniksleitung und die Ärzte Dienstanweisungen bezüglich der Behandlung von Organspenden und potentiellen Organspendern.

Genau vor einem Jahr nahm ich als Vertreterin des Dialyseverbandes Sachsen e.V. an einer überaus bewegenden Veranstaltung anlässlich des Tages der Organspende auf dem Dach des Berliner Reichstages teil.
Der Bundesverband Dialysepatienten Deutschlands e.V. hatte zu einer besonderen Veranstaltung an geschichtsträchtiger Stelle eingeladen.
Danke dem Organspender - lautete das Motto dieser Veranstaltung und war bis dato in der Form die einzige ihrer Art in Deutschland, weil hier Familienangehörige von Spendern anwesend waren.
Ihnen wurde symbolisch gegenüber all den anderen Organspendern und Organspenderinnen öffentlich Dank gesagt, denn eine solche Spende verdient ein außerordentlich hohes Maß an Respekt und Anerkennung.

Ich erinnere mich noch, was Ingeborg Kalinowski, die Mutter eines Spenders, in ihrer Rede damals sagte:
"Ich weiß nicht, ob es den Empfängern der Nieren meines Sohnes gut geht.
Ich wünsche es von ganzem Herzen.
So hat doch diese Entscheidung einen Sinn gehabt."

Ich kann mich auch noch genau an das erinnern, was ich dieser Mutter an diesem Abend in einem persönlichen Gespräch sagte:
"Ich weiß zwar nicht, wessen Niere ich bekommen habe.
Doch nehmen Sie meinen Dank stellvertretend als den eines glücklichen Menschen, der dieses Geschenk zu schätzen weiß.
Und als den eines Menschen, der mit dem Wissen um die eigene Verantwortung darum lebt."

Und so finde ich es logisch und folgerichtig, dass unser nächster öffentlicher Dank denjenigen gilt, die sich an Ort und Stelle erfolgreich um die Verwirklichung einer gesellschaftlichen Aufgabe verdient gemacht haben.

Wir als Patienten haben sicher nur den Anflug einer Ahnung, wie viel Aufwand einem Krankenhaus im Zusammenhang mit der Umsetzung des Transplantationsgesetzes entsteht.
Wir haben heute viel davon gehört: Organisation, Sorgfalt, Mühe und Anstrengung sowie auch persönliches Engagement sowohl der Krankenhausleitung als auch jedes einzelnen Mitarbeiters, der an diesem Prozess beteiligt ist.

Wir sind dankbar, dass wir heute die Möglichkeit erhalten, Ihnen hier im Krankenhaus Erlabrunn unsere Wertschätzung für Ihre Arbeit zum Ausdruck zu bringen.

Ihre Arbeit, die mit Sicherheit nicht einfach ist, soll deshalb auch seitens der Patienten und ihrer Selbsthilfevereinigungen eine Würdigung erfahren.

Denn: Sie erfahren sonst wenig von uns - also von denjenigen, die am Ende einer langen Kette stehend, für die von Ihnen geleistete Arbeit dankerfüllt sind.

Gemeinsam mit - Frau Dr. Wachsmuth und den Transplantationskoordinatoren von der Deutschen Stiftung Organtransplantation und den Patientenselbsthilfevereinen (- Arbeitsgruppe Organspende, - Bund der Organtransplantierten, - Verein zur Pflege des Gedankens der Organspende), deren Vertreter heute auch anwesend sind, haben wir überlegt, in welcher Form wir uns bei Ihnen bedanken könnten.

Wir fanden es sehr passend, etwas auszuwählen, was wirklich aus unseren Reihen kommt.
Und wir erinnerten uns an einen begabten jungen Künstler, Arne Moritz, der, mittlerweile selbst erfolgreich transplantiert, bereits seit seiner Kindheit Mitglied im DVS e.V. ist.

Eines seiner Bilder möchten wir Ihnen als gemeinsamen Dank für Ihr Engagement bei der Umsetzung des Transplantationsgesetzes und der Richtlinien hierzu und als Dank für Ihre geleistete Arbeit überreichen.

Ihre Arbeit verdient unsere Hochachtung und unsere Anerkennung, denn durch sie sind wir Menschen, die wieder eine Zukunft haben.

In Anlehnung an das, was wir auch den Angehörigen von Spendern gesagt haben, nehmen Sie unseren Dank stellvertretend als den von glücklichen Menschen, die dieses Leben als Geschenk zu schätzen wissen.
Und als den von Menschen, die mit dem Wissen um die eigene Verantwortung darum leben."
Sie und Ihre Arbeit sind e i n Baustein unseres Glückes.

Danke!

Annegret Bresch

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